POND melden sich mit „Through The Heather“ zurück – und damit mit einem deutlichen Vorgeschmack auf ihr elftes Album „Terrestrials“, das am 19. Juni über das eigens gegründete Label Mangovision (via Secretly Distribution) erscheint. Die Single fühlt sich an wie ein typischer POND‑Moment: ein Song, der sich zwischen summender Psychedelia, knackiger Rhythmusgitarre und einem leicht melancholischen Hang zum Cinéma de Ville entfaltet.
Hinter dem Track steckt eine typische POND‑Geschichte: Entstanden während einer Tour durch Europa, aus kleinen Ableton‑Experimenten von Schlagzeuger und Keyboarder Gin und weiter bearbeitet in irgendeinem Hotelzimmer, während auf dem Fernseher „Ice Road Truckers“ und andere zweifelhafte Livestyle‑Shows nervös flimmerten. Frontmann Nick Allbrook zieht daraus mit seinem gewohnt lakonischen Humor eine kleine Lehre: Rock’n’Roll muss nicht heroisch sein, manchmal reicht Sandwich, Nickerchen und ein bisschen Federhall‑Donner, um etwas Schönes zu schaffen.
Das Album „Terrestrials“ entsteht dadurch, dass POND genau dieses Kalkül umdrehen: Sie geben sich selbst sogar Regeln vor – kein Fuzz, keine Balladen, kein Pink‑Floyd‑Geklimper – und tauchen stattdessen in eine Welt ein, die sich wie „Goths im Pub“ versteht: eine Mischung aus säuregewaschener 80er‑Ästhetik, australischem Rock mit offenem Horizont und einem Hauch post‑punker Club‑Atmosphäre. Die Band, bestehend aus Nick Allbrook, Jay Watson, Joe Ryan, Jamie Terry und James Ireland, bleibt so treu zu sich und ihrer eigenen kleinen, aber einflussreichen Szene: kraftvoll, ironisch, nie verlegen, das Große in der Kleinform zu suchen.
Mit „Through The Heather“ und den ersten Blicken auf „Terrestrials“ zeigt POND einmal mehr, dass sie nicht nur ein weiteres Album, sondern ein Stück Zeit‑ und Stimmungskartographie liefern: über Menschen, Orte, Ungerechtigkeit, Abgrund und doch wieder eine hartnäckige Schönheit, die sich durchzusetzen versucht.
Fotocredit: Kristofski