Sprints bringen im Rahmen ihrer ALL THAT IS OVER Tour am 31.03.2026 mit ihrer powervollen Performance und tatkräftiger Unterstützung von Marathon den Skaters Palace in Münster zum Beben. Ein Konzert, das mir aufgrund seiner besonderen Intensität sowie der Nähe zwischen Band und Publikum in einer kleinen Location lange in Erinnerung bleiben wird.
Es ist 19:00 Uhr, als der Einlass beginnt und es dauert nicht lange, bis der kleine Konzertbereich des Skaters Palace komplett gefüllt ist. Das Publikum an diesem Abend ist bunt gemischt – gefühlt jede Generation ist vertreten. Nachdem ich mir noch schnell ein Kaltgetränk an der Theke geholt habe, geht es pünktlich um 20:00 Uhr mit der Vorband Marathon los.
Die jungen Musiker aus dem Amsterdamer Underground sorgen mit einer Mischung aus Indie und Post-Punk für ausgelassene Stimmung im Publikum. Die positiven Vibes innerhalb der Band sind förmlich spürbar und übertragen sich sofort auf die Menge. Stilistisch passt die niederländische Band perfekt als Opener ins Line-up und ist eine klare Empfehlung für Fans von Fontaines D.C. oder The Murder Capital. Nach etwa einer halben Stunde haben Marathon das Publikum ordentlich eingeheizt, bevor eine kurze Umbaupause folgt.
Dann ist es so weit: Sprints betreten um 21:00 Uhr die Bühne. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten – keine großen Banner oder aufwendige Deko, lediglich eine Palästina-Flagge über einem Verstärker, die die politische Haltung der Band unterstreicht. Ohne große Ankündigung starten sie direkt mit „Descartes“ aus ihrem 2025 erschienenen Album All That Is Over.
Die irische Band rund um Frontfrau Karla Chubb bringt das Publikum sofort auf Temperatur. Die kleine Bühne, fehlende Absperrungen und die unmittelbare Nähe sorgen für eine besonders intensive Atmosphäre. Es folgt eine abwechslungsreiche Setlist, geprägt von der noch jungen Bandgeschichte.
Songs wie „Feast“, „Literary Mind“, „How Does the Story Go?“ und „Heavy“ liefern eine Mischung aus leichter Melancholie, Pogo und Tanz. Eine perfekt abgestimmte Auswahl für diesen Abend. Weiter geht es mit „Deceptacon“, einem Coversong von Le Tigre. Sängerin Karla Chubb zeigt dabei vollen Körpereinsatz, steigt über die Theke, klettert über das Geländer und bewegt sich mitten durch das Publikum zurück zur Bühne.
Gegen Ende folgt eine politische Ansprache im Zusammenhang mit dem Song „Desire“, in der sich Frontfrau Chubb für Frauenrechte, Transrechte und Solidarität mit Palästina stark macht, begleitet von lautstarkem Applaus aus dem Publikum.
Dann der Abschluss: „Little Fix“. Die Band gibt noch einmal alles und sorgt für einen letzten Abriss. Zur Feier des Abends wird noch eine glückliche Zuschauerin auf die Bühne geholt, die gemeinsam mit der Band an der Gitarre den Abend ausklingen lässt.
Fazit:
Ein rundum gelungener Abend! Für mich war es das erste Mal, dass ich Sprints live gesehen habe, und trotz hoher Erwartungen wurden diese noch übertroffen. Die Bühnenpräsenz und Energie der Band sind beeindruckend. Auch Marathon konnten mich positiv überraschen und sind seitdem fest auf meinem Radar.
Eine klare Empfehlung für alle Fans von Post-Punk, Punkrock und Grunge!
Fotocredit: Tom Ham
Review: Dirk Massling