TBS machen bei Ihrer großen Zaubershow Tour halt im ausverkauften Palladium.
Gemeinsam mit Mittel Alta und Callejon wird dieses einmal auf links gedreht!
Das The Butcher Sisters Konzert im Palladium Köln war schon Wochen im Voraus restlos ausverkauft.
Kein Wunder: Der vorletzte Stopp der großen „Zaubershow“-Tour die zugleich bislang größte Tour der Band. Immer höhere Slots auf Festivals und ausverkaufte Hallen geben ihnen recht – der Hype ist längst keine Momentaufnahme mehr.
Laut Tickets sollte es um 19:30 Uhr starten, doch bereits um 19 Uhr startete der Abend – Grund dafür war das erweiterte Support-Line-up: Neben Callejon war bei einigen Shows zusätzlich die 2023 gegründete Band Mittel Alta mit dabei. Der Hofnarr ging auf die Bühne und mit „Auf dem Dorffest“ eröffneten sie ihr Set – und zündeten vom ersten Moment die Menge an.
Der Mix aus Rap, Metal und elektronischen Elementen holte das Publikum sofort ab, Kostüme und Requisiten sorgten für zusätzliche Showmomente. Eine halbe Stunde Spielzeit, und bereits beim ersten Song ein Pit, der sich fast das komplette Set hält – etwas, dass für eine erste Supportband alles andere als selbstverständlich ist.
Nach nur 15 Minuten Umbaupause ging es nahtlos weiter: Von Rap aus dem Mittelalter zu Metalcore. Callejon aus Düsseldorf betraten die Bühne – minimalistisch im Aufbau mit Schlagzeug und Mikrofonständer, aber maximal in ihrer Wirkung. Sänger Basti und seine Band präsentierten einen bunten Querschnitt durch ihre Diskografie. Besonders bei den Cover-Songs „Palmen aus Plastik“ und „Schrei nach Liebe“ bebte die Halle, jede Zeile wurde mitgeschrien. Zahlreiche Callejon-Shirts im Publikum zeigten, dass hier viele Fans vor Ort waren. Mit „Porn from Spain 2“ endete das Set mit einem wuchtigen Knall.
Was dann folgte, wirkte wie eine Szene aus einer GTA- oder Fortnite-Lobby: Bananenkostüme, Luftballons, Keulen und ein ganzer Schwarm bunter Barsch-Luftballons füllten die Halle.
Punkt 21 Uhr erlosch das Licht – die Zaubershow begann. Das Palladium war zu diesem Zeitpunkt bis in die letzte Ecke gefüllt.
Hinter einem großen Vorhang mit TBS-Logo zeichneten sich Schlagzeug und mehrere „Zaubertücher“ ab, hinter denen die einzelnen Mitglieder verborgen waren. Erst ein lautstarkes „Hex Hex“ aus der Menge ließ sie auf der Bühne erscheinen. Was in den folgenden 90 Minuten geschah, kam einem wilden Fiebertraum nahe.
Mit Bierosaufus Ex startete das Set – und die Halle explodierte. Es war weniger ein einzelner Pit als vielmehr kollektives Chaos. Stroppo, Alex sowie der Rest der Band hatten sichtlich Bock und trieben das Publikum immer weiter an – schließlich befand man sich im „Palladi-dumm“ wie Stroppo es kurz nach Beginn taufte. Es folgte ein wilder Ritt durch Songs des schwarzen und weißen Albums. Kaum Zeit zum Durchatmen – weder für die Fans noch für die Security im Graben, die 90 Minuten lang alle Hände voll zu tun hatte. Crowdsurfer im Dauertakt, und zwischenzeitlich wirkte es fast so, als hätte man mit dieser Intensität nicht gerechnet.
Beim Song „Rainer“ durfte – wie schon auf der letzten Tour – eine Babypuppe nicht fehlen. Doch diesmal wurde sie der Größe der Location angepasst: Eine gigantische aufblasbare Version wurde in die Menge geworfen. Erstaunlicherweise schaffte sie es unbeschadet zurück auf die Bühne.
Passend zum Tourmotto bauten The Butcher Sisters immer wieder Zaubertricks ein. Alex zauberte eine Bierdose aus dem Hut, ließ seine Bauchtasche schweben – kleine Gags mit großer Wirkung. Das absolute Highlight folgte jedoch mit einer schwarzen Kiste: Stroppo stieg hinein, Alex setzte die Kettensäge an. Die Halle hielt den Atem an. Doch natürlich fügte Amazing Alex seinen Bandkollegen wieder fachgerecht zusammen. Zum Glück – sonst hätte man das chaotische „Bananenboot-Rennen“ und Stroppos starke Country-Performance von „Klettergerüst“ auf der B-Stage verpasst.
Ein besonderer Moment entstand, als Callejon-Frontmann Basti für den gemeinsamen Song „Detlef D! Soost“ auf die Bühne „gezaubert“ wurde – eine perfekt genutzte Chance zwischen Haupt- und Supportact.
Auch visuell wurde einiges geboten: Auf der Videowand liefen nicht nur Clips aus Musikvideos, sondern auch Live-Aufnahmen, die direkt in kreative Edits eingebaut wurden. Ebenfalls gab es mehrere Konfettishots! So verschwammen Bühnenrealität und Projektion immer wieder miteinander.
Die Pause vor der Zugabe nutzten viele in der Halle, um zumindest kurz Luft zu holen – wobei frische Luft zu diesem Zeitpunkt Mangelware war. Mit „Drachentöter“ und „Baggersee“ folgte ein furioser Abschluss, bei dem wohl auch der letzte Zuschauer noch einmal in Bewegung geriet.
Man kann zur Musik von The Butcher Sisters stehen, wie man möchte – doch die Energie, die bei ihren Shows entsteht, ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend. Der Hype um die Band wächst spürbar, und nach diesem Abend bleibt vor allem eine Frage: In welchen Locations wird man diese „Zaubershow“ auf der nächsten Tour wohl erleben dürfen?
Fotocredits: Sarah Fleischer