Vier Jahre lang ist TOBER diesen Weg gefahren. Zur Vorlesung, nach Hause, zu Prüfungen, die einem schon Wochen zuvor den letzten Rest Energie geraubt hatten. An manchen Tagen voller Vorfreude, an anderen mit viel zu wenig Schlaf und viel zu vielen Gedanken im Kopf. Die Strecke blieb dabei fast immer dieselbe – nur der Mensch, der sie entlangfuhr, veränderte sich mit jedem Semester ein kleines Stück.
Fast immer dabei: Over-Ear-Kopfhörer und die Lieblingsmusik im Ohr. Musik als Rückzugsort, als Begleiter und manchmal auch als Möglichkeit, die Welt für ein paar Minuten etwas leiser zu drehen. Irgendwann entstand deshalb der Wunsch, genau diesem Weg einen Song zu widmen. Nicht nur einer Strecke zwischen Zuhause und Universität, sondern all dem, was unterwegs passiert ist.
So wird der Song zu einer kleinen Hommage an vier Jahre Studienzeit: an Menschen, die irgendwann zufällig ins eigene Leben gestolpert und geblieben sind, an Begegnungen, die mehr bedeutet haben als zunächst gedacht – und auch an Freundschaften, die eine Zeit lang denselben Weg gegangen sind, bevor sie sich irgendwann in andere Richtungen verloren haben. Denn manche Menschen begleiten uns nur für ein paar Stationen. Und trotzdem hinterlassen sie Spuren auf Wegen, die wir noch Jahre später auswendig kennen.
Im Zentrum steht eine Melodie, die TOBER selbst schon während dieser vier Jahre begleitet hat. Sie taucht im Song immer wieder auf wie eine Erinnerung, die plötzlich zurückkommt, obwohl man längst woanders angekommen ist. Darunter gibt ein druckvoller Schlagzeug-Groove den Takt vor – beinahe wie die Erinnerung daran, dass das Leben weiterläuft, selbst wenn man manchmal noch einen Moment zurückblicken möchte. Chorus-Gitarren schweben als sensibler Begleiter durch den Song, während zwischen den Spuren immer wieder jene musikalischen Einflüsse durchscheinen, die damals durch die großen Kopfhörer auf genau diesem Weg zu hören waren.
Dass TOBER den Song ausgerechnet am 11. September, seinem eigenen Geburtstag, veröffentlicht, ist deshalb kein Zufall. Es ist ihm ein persönliches Bedürfnis, diese Erinnerung genau an jenem Tag loszulassen, an dem für ihn selbst wieder ein neues Jahr beginnt. Vielleicht ist der Song damit auch eine Art Geburtstagsgeschenk – an sich selbst, an die Menschen, die Teil dieser vier Jahre waren, und an eine Zeit, die vorbei ist, aber noch lange nachklingt.
Die SIngle findet ihr z.B. hier.
Fotocredit: Singlecover / Artwork