Mit ihrer neuen EP „First“ melden sich Monoland nach einer längeren kreativen Pause zurück — und das mit einem Werk, das weniger wie ein Neustart wirkt als vielmehr wie eine bewusste Standortbestimmung. Die Berliner Band bewegt sich weiterhin souverän im Spannungsfeld zwischen Shoegaze, Post-Rock und Indie-Pop, nutzt diese vertrauten Koordinaten jedoch, um ihren Sound spürbar zu verdichten und emotional klarer auszurichten.
„First“ lebt von Atmosphäre und Geduld. Statt auf unmittelbare Effekte zu setzen, entfaltet sich die EP langsam und organisch. Gitarrenflächen, zurückhaltende Rhythmusarbeit und ein feines Gespür für Dynamik erzeugen ein Klangbild, das gleichermaßen introspektiv und weitläufig wirkt. Dabei gelingt es Monoland, ihre musikalische Melancholie nicht in Schwere kippen zu lassen, sondern ihr eine warme, beinahe schwebende Qualität zu verleihen.
Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt die Band fokussierter und produktionstechnisch präziser, ohne ihre ursprüngliche Rohheit vollständig aufzugeben. Die Songs greifen ineinander, die EP funktioniert als geschlossenes Ganzes statt als lose Sammlung einzelner Ideen. Gerade diese Kohärenz macht „First“ zu einem überzeugenden Statement nach der kreativen Auszeit.
Auch inhaltlich spürt man eine gewisse Ruhe im Umgang mit den eigenen Themen. Monoland setzen stärker auf Stimmungen als auf klare Botschaften und lassen bewusst Raum für Interpretation. Dadurch entsteht eine intime, fast filmische Wirkung, die sich über die gesamte Spielzeit trägt.
„First“ ist keine laute Rückkehr, sondern eine leise, selbstbewusste. Die EP zeigt eine Band, die sich ihrer musikalischen Identität sicher ist und gleichzeitig bereit bleibt, diese weiterzuentwickeln. Genau diese Balance macht das Comeback von Monoland so überzeugend.
Fotocredit: EP-Cover / Artwork