Mit „Album in Schwarz“ schlagen The Butcher Sisters das nächste Kapitel ihrer ganz eigenen Bandlogik auf. Nach dem massiven Erfolg von „Das Weiße Album“ im Jahr 2025 folgt nun ein Gegenentwurf, der düsterer, kompromissloser und zugleich erstaunlich fokussiert daherkommt – zumindest auf den ersten Blick. Wo zuvor Ironie, Chaos und spielerische Grenzüberschreitungen dominierten, wirkt „Schwarz“ wie das bewusste Ende von Illusionen. Doch wer The Butcher Sisters kennt, weiß: Ernsthaftigkeit und völliger Irrsinn schließen sich hier nicht aus, sondern existieren nebeneinander. Zwischen existenziellen Gedanken über Erfolg, Kontrolle und Leere, mathematischen Reimschemen, Ananas-Pizza und der (nicht ganz ernst gemeinten) Anschaffung von Dinosauriern bleibt die Band sich treu – nur eben auf eine neue, dunklere Art. Im Interview mit uns dem Frontstage Magazine sprechen Alex und Stroppo über den Bruch zwischen Weiß und Schwarz, über kreative Prozesse im Proberaum, den Druck von Erwartungshaltungen, Hallen-Shows mit Raptoren-Potenzial und darüber, warum Erfolg nicht heller, sondern lauter macht. Ein Gespräch irgendwo zwischen Analyse, Absurdismus und dem vielleicht ehrlichsten Quatsch des Jahres.
Frontstage Magazine: Mit „Das Weiße Album“ habt ihr 2025 einen enormen Karriereschub erlebt. „Das Schwarze Album“ wirkt nun deutlich düsterer, kompromissloser und fokussierter. War dieser stilistische Richtungswechsel eine bewusste Entscheidung – oder ist er eher eine natürliche Konsequenz aus dem vergangenen Jahr voller Touren, Erfolg und persönlicher Erfahrungen?
Alex: Erfolg macht nichts heller. Er macht Stille lauter. Abstand schärfer. Einsamkeit präziser. Nach dem Weißen Album kam kein Glück, sondern Kontrolle. Kontrolle tötet Naivität. Also wurde die Musik härter, klarer, kälter.
Das Schwarze Album ist kein Imagewechsel. Es ist das Ende von Illusionen. Erfolg hat uns nicht verändert. Er hat nur entfernt, was vorher noch verdeckt war.
stronso: ying u yang bro. ying u yang verstehst du. licht u schatten. kaba und mettwurst
Frontstage Magazine: Im Interview zu „Das Weiße Album“ mit uns 2025, habt ihr euch selbst gerne als chaotisches, humorvolles Gesamtpaket beschrieben. „Das Schwarze Album“ wirkt hingegen strukturierter und reifer. Wie schwer fiel es euch, diesen typischen TBS-Irrsinn zu zügeln, ohne eure Identität zu verlieren? habt ihr euch überhuapt gezügelt?
stronso: ich wüsste jetzt nicht, warum das relevant ist und überhaupt ist die Frage sehr privat aber ja, Alex und ich haben schon gezüngelt.
Alex: Wenn wir Lieder schreiben, treffen wir uns immer in unserem Proberaum. David kommt meistens mit einem neuen, coolen Riff und Manu checkt dann einen groovy Rythmus aus. David seine Gitarre hat sogar Verzerrung drin.
Basti haut dann so richtig fest auf die Trommeln und macht manchmal sogar double bass (er kann das schon echt gut). Und dann sind da noch Stroppo und ich. Wir beide sind die ganze Zeit dabei und analysieren, was die Jungs da treiben. Ich bin eher so der Freigeist, der die Noten vor seinen Augen fliegen sieht und sie imaginär einfängt. Stroppo hingegen zückt sofort sein Notizheft und tüftelt mit mathematischen Formeln komplexe Reimschemen und Melodien aus. Für Spaß ist da kein Platz.
Frontstage Magazine: Viele Bands sprechen vom „Druck des zweiten Erfolgsalbums“. Ihr bringt innerhalb von nur einem Jahr zwei Platten heraus. Welche Erwartungen habt ihr diesmal an euch selbst – und wie verhindert ihr, dass ein Album zur bloßen Reaktion auf das vorige wird?
stronso: den hoden in kühles wasser tauchen und aufgeschlossen mit der zeit gehen.
Alex: Okay, jetzt ist es raus. Auf dem schwarzen Album sind nur die Sachen drauf, die es nicht aufs weiße Album geschafft haben. Wir hassen jedes Lied auf diesem Album. Das liegt vielleicht daran, dass Stropplo oft sein Notizheft vergessen hat. Ich, im Gegensatz zu ihm, habe noch nie etwas vergessen.
Frontstage Magazine: Eure Live-Shows gelten als unberechenbares Spektakel. Wie sehr hat die Arbeit an „Das Schwarze Album“ euer Denken über eure kommenden Hallen-Shows beeinflusst? Gibt es Elemente oder Stimmungen der neuen Platte, die ihr unbedingt auf die Bühne bringen wollt – selbst wenn sie live schwer umsetzbar sind?
stronso: ich wollte einen echten t-rex für bierosaufus ex aber das war für unser label mal wieder “nicht umsetzbar”
Alex: Ein kleiner Scherz vorweg: Seit wir Fabi, den besten FoH der Welt dabei haben, tut unsere Musik nicht mehr so Hallen. ( Wegen den Hallen in denen wir spielen). Haha, der war krass gut 🙂
Zurück zur Frage: Stottro weiß es noch nicht aber ich habe einfach einen echten Raptor besorgt. Er wird komplett ausrasten wenn er Rudi das erste mal sieht.
Frontstage Magazine: „Das Weiße Album“ war geprägt von spielerischer Ironie, Energie und genreübergreifenden Experimenten. „Das Schwarze Album“ ist dagegen deutlich härter und ernster. Bedeutet diese Entwicklung, dass ihr in Zukunft häufiger solche konzeptionellen Gegenpole setzen möchtet? Oder ist „Schwarz“ eher ein einmaliges kreatives Statement?
Alex: Wir verarbeiten in unseren Songs was wir in unserem Leben durchgemacht haben. Ich schaue zum Beispiel täglich mindestens 18 Stunden auf einen Bildschirm. Tut mir das gut? Definitiv. Dasselbe haben wir davor auch gemacht (Ich mag zb. gerne Tk Pizza oder Drachen zu töten). Ich glaube die Themen auf dem neuen Album sprechen viele Leute an. Die Dinge, die auf dem Album thematisiert werden, haben Menschen bestimmt schon mal gemacht. Zb. Lachen oder zum Doktor gehen. Wir sind sozusagen das Sprachrohr der Menschheit.
stronso: sag ich nicht 🙂
Frontstage Magazine: Ihr habt im letzten Interview über eure Lieblings-Pizzen und absurdeste Band-Dynamik gesprochen. Lasst uns die Tradition fortsetzen, aber mit dunklerem Twist: Wenn „Das Weiße Album“ eine Pizza war – was wäre dann „Das Schwarze Album“? Eine scharfe Inferno-Variante, ein verbrannter Rand, oder vielleicht sogar eine komplett neue Zutat, die ihr vorher nie probiert hättet?
stronso: ananas
Alex: Das schwarze Album ist wie diese Stinkefrucht: Sieht scheisse aus, riecht nach Erbrochenem aber schmeckt gut. Im Gegensatz zum Schwarzen Album würde ich mir aber keine Stinkefrucht kaufen. Das Schwarze Album ist sehr gut.
Cya hdgdl^^
THE BUTCHER SISTERS LIVE
Rock, Rap & Zaubershow Tour 2026
23.01.2026 – Ludwigsburg, MHP-Arena
24.01.2026 –München, TonHalle
29.01.2026 – Dortmund, FZW (exklusives Clubkonzert + Meet&Greet)
30.01.2026 – Berlin, Columbiahalle
31.01.2026 – Hannover, Swiss Life Hall
05.02.2026 – Fürth, Stadthalle Fürth
06.02.2026 – Leipzig, Haus Auensee
07.02.2026 – Hamburg, Inselpark Arena
27.02.2026 – Köln, Palladium
28.02.2026 – Offenbach, Stadthalle Offenbach
Fotocredit: Sarah Schuh und Ceylan Fain