Hamburg, 28. Nov. 2025 – SDP lieferte in der ausverkauften Barclays Arena an zwei Abenden ein Spektakel aus Feuer, riesigen Gummitieren, fliegenden Krankenscheinen und einem Sänger, der Gitarre spielend über die Menge schwebte. Trotz aller Effekte fanden die beiden Berliner immer wieder Raum für leise, gefühlvolle Momente.
SDP, alias Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin, sind derzeit mit ihrer „Die wollen nur spielen“-Tour in den größten Arenen des Landes unterwegs. Die Bilanz ist beeindruckend: nahezu ausverkaufte Shows – trotz fünf zusätzlich angesetzter Termine. Kurz vor Tourstart erschien ihr neues, gleichnamiges Album. Wochen zuvor hatte die Band auf Social Media kurze Snippets einiger Songs geteilt, die bei den Fans bereits sehr gut ankamen – den Kommentaren unter den Posts zufolge. Wer allerdings erwartete, dass bei dieser Tour vor allem neue Songs gespielt würden, wurde enttäuscht: Die Setlist erwies sich als Best-of-Reise, und nur sechs neue Titel fanden ihren Platz im Programm.
Bevor die beiden Berliner am Abend des zweiten Hamburger Konzerttages die Bühne stürmten, sorgte ELIF als prominenter Support für einen starken Auftakt. Sie eröffnete den Abend mit ihrer neuen Single „Azra“ . Gefolgt von „Nein heißt Nein“, „Bomberjacke“ und „ein letztes mal“. Mit „Mein Babe“ verabschiedete sie sich und hinterließ ein aufgeheiztes Publikum, bereit für den Hauptact des Abends.

Kurz darauf wurde es dunkel, und die ersten Töne von „Die wollen nur spielen“ wummerten durch die Arena. Hinter dem Bühnenvorhang zeichneten Blitzlichter die Silhouetten von Band und Sängern ab, bevor der Vorhang mit einem Knall fiel. Ab diesem Moment boten SDP zwei Stunden pure Energie, Party, Witz und Emotion – genau das Markenzeichen der „bekanntesten unbekannten Band der Welt“.
Auf den Opener folgten „Du hast gehofft“ und „Willst du heute“ vom neuen Album. Die Stimmung steigerte sich weiter, und selbst die Oberränge standen, sangen und tanzten.

Wie gewohnt verließ sich die Band nicht allein auf ihre Songs. Riesige Gummitiere wanderten bei „Wenn ich einmal groß bin“ über die Menge, bei „ADAC“ flogen Krankenscheine durch die Luft, überraschende Bühnenwechsel, Feuereffekte und eine markante B-Stage setzten zusätzliche Akzente. Stand SDP bei der letzten Tour noch auf einer riesigen Torte mitten im Publikum, toppten sie das diesmal mit einer weit in die Höhe fahrenden B-Stage, von der Dag-Alexis Gitarre spielend zurück auf die Mainstage schwebte. Für den Acoustic Part („Eigentlich wollte er nie ein Liebeslied schreiben“ „MIllionen Liebeslieder“) positionierten sich beide Sänger auf gegenüberliegenden Seiten der Ränge und performten von dort aus.

Die innerhalb der Arena verteilten Showeinlagen ermöglichten es, dass nicht nur die vorderen Reihen, sondern auch Zuschauer weiter oben und hinten Teile der Show aus nächster Nähe verfolgen konnten.
Fans der alten SDP Songs kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Mit einem „Applausometer“ ließ die Band das Publikum über ältere Kultstücke abstimmen, gespielt wurde anschließend der Sieger der Abstimmung- „Als ich Mädchen noch scheiße fand “ & „Lied für die Fans von anderen Bands“ Auch für ruhigere Momente war Raum: Mehrmals nahm die Band das Tempo heraus und zeigte ihre sanftere Seite. Besonders berührend war Dag-Alexis‚ Performance von „Ich will nur das du weißt“ am Klavier – ein stiller, intensiver Augenblick, der an seine Instagram-Snippets am Klavier erinnerten.

Traditionell endete der Abend mit „Alles hat ein Ende“ – samt Siegerehrung und Blumenwurf. Es war ein Konzert, das über zwei Jahrzehnte Bandgeschichte mit Showideen, Perspektivwechseln und emotionalen Höhepunkten verband – ein Abend, nach dem man sofort verstand, warum SDP live ein eigenes Genre sind und der den Wunsch weckte, die Band möglichst bald wieder live zu erleben.
Fotocredits: Sabrina Derda