Gestern Abend war es endlich soweit: Am 29. November 2025 spielten Electric Callboy die letzte Show der ersten Hälfte ihrer „Tanzneid“-Tour in der Barclays Arena Hamburg.
Fast vier Wochen lang war die Band quer durch Europa unterwegs, bevor es im Januar 2026 weitergeht. Doch bevor die Headliner die Bühne betraten, gehörte der Abend ihren starken Supports – Wargasm und Bury Tomorrow, beide aus Großbritannien.
Pünktlich um 19:00 Uhr eröffneten Wargasm den Abend und sorgten von der ersten Sekunde an für eine explosive Stimmung. Mit ihrer Mischung aus Industrial, Electro-Punk und Metal schafften sie es schnell, die ersten Moshpits zu entfachen. Die Performance war roh, laut und kompromisslos – typisch Wargasm. Sängerin Milkie Way lieferte eine aggressive, energiegeladene Show ab, während Sam Matlock das Publikum immer wieder anheizte. Trotz der frühen Uhrzeit war die Arena gut gefüllt, und die Band nutzte ihre halbe Stunde perfekt aus. Gespielt wurden „Bad Seed“, „Vigilantes“, „Pyro Pyro“, „Small World Syndrome“, „D.R.I.L.D.O.“, „Spit.“ und „Do It So Good“.

Um 20:00 Uhr ging es nahtlos weiter mit Bury Tomorrow, die wie eine Metalcore-Dampfwalze über die Halle rollten. Die Band zeigte einmal mehr, warum sie zu den stärksten Liveacts ihres Genres gehört. Druckvolle Breakdowns, kraftvolle Shouts und melodische Cleanparts ließen das Energielevel weiter steigen. Frontmann Dani Winter-Bates hatte das Publikum komplett im Griff, während Jason Cameron mit seinen cleanen Vocals emotionale Akzente setzte. Besonders bei „Black Flame“ sang die gesamte Halle lautstark mit. Die Setlist bot eine starke Mischung aus alten und neuen Songs: „Choke“, „DEATH (Ever Colder)“, „Cannibal“, „Boltcutter“, „Let Go“, „Villain Arc“, „What If I Burn“, „Black Flame“ und „Abandon Us“.

Gegen 21:00 Uhr war es schließlich so weit und Electric Callboy betraten die Bühne. Von Beginn an war klar, dass der Abend nun in eine Mischung aus Party, Comedy und energiegeladenem Metalcore übergehen würde. Mit dem Opener „TANZNEID“ setzte die Band sofort den Ton für eine Show voller Humor, Rave-Elemente, Pop-Anleihen und brachialen Breakdowns. Was folgte, war eine perfekt inszenierte Show, bei der Outfits, Pyro, Tanzpausen und überraschende Mashups nahtlos ineinandergingen. Das Electric Bassboy Set mit „Hurrikan“, „Overkill“, „Bodies“, „All the Small Things“ sowie spontanen Songrequests brachte die Halle komplett zum Ausrasten und sorgte für jede Menge Dancemoves.
Emotionaler Höhepunkt war der Moment, in dem die Band „Fuckboi“ akustisch direkt im Publikum spielte – ein seltener, fast intimer Moment inmitten der Party. Die restliche Setlist ließ keine Wünsche offen und bestand aus einer Mischung aus Hits und Fanlieblingen: „Still Waiting“ (Sum 41 Cover), „Tekkno Train“, „Hypa Hypa“, „MC Thunder“, „Neon“, „Pump It“, „Revery“, „Hate/Love“, „Mindreader“, ein großes Medley aus „Monsieur Moustache vs. Clitcat“, „Muffin Purper-Gurk“, „We Are the Mess“ und „Crystals“, dazu ein Drum-Solo, „Everytime We Touch“ (Maggie Reilly Cover), „MC Thunder II (Dancing Like a Ninja)“ und „Elevator Operator“ mit Uke Bosse. Im anschließenden Encore setzte die Band mit „RATATATA“, „Spaceman“ und „We Got the Moves“ noch einmal alles daran, die Arena endgültig zum Beben zu bringen.

Electric Callboy lieferten in Hamburg eine Show ab, die gleichzeitig Konzert, Rave, Theater und Comedy-Show war. Nach zwei starken Supports, einer beeindruckenden Produktion und einer Setlist voller Highlights verabschiedete sich die Band unter tosendem Applaus in die Winterpause – bevor die zweite Hälfte der Tour 2026 weitergeht.
Fotocredit & Review: Kevin Randy Emmers