Es reicht nicht mehr, nur noch mit sich selbst zu kämpfen. Auf seinem dritten Soloalbum klingt Boysetsfire-Sänger Nathan Gray so politisch wie seit den allerersten Platten seiner Band nicht mehr und erkennt dabei gleichzeitig, dass kein Protest ohne die Menschen dahinter auskommt. „Rebel Songs“ verwandelt diese Erkenntnis in zwölf Tracks voller Wandelbarkeit, die nicht nur durch ihren textlichen Charakter eine Aufbruchsstimmung verbreiten wollen, sondern auch durch die Mitwirkung zahlreicher Gäste. Was das Album zu bieten hat, das erfahrt in unserer Teamreview.
Janina: Der Titel seines dritten Soloalbums „Rebel Songs“ des Boysetfire Sängers Nathan Gray hält, was er verspricht. Er ist politisch, wie lange nicht und schafft es, dass das Album nicht zu einem schwer verdaulichen Werk wird. Das Album ist geprägt von einer hoffnungsvollen, positiven Aufbruchsstimmung, die einen antreibt. Nathan Gray nimmt einen mit auf seine Reise und man möchte sie mit ihm gehen. Unterstrichen wird dies passenderweise durch das Album Cover auf dem Nathan mit in die Luft geregtem Arm zu sehen ist. Das Album ist ein kleiner Lichtblick in dieser Zeit. Meine Favoriten sind „Rebel Songs“, „Capitol Stairs”, „Lost“ sowie „Grace”. (8–7–8)
Jacky: Nathan Gray behält auch auf seinem dritte Soloalbum diese einzigartige Authentizität, dass man ihm glaubt, wovon er singt. Vor allem der Titeltrack „Rebel Songs“ mit Rise Against-Sänger Tim McIlrath ist einfach nur ein klassischer Hit und begeistert mit jedem Hören mehr. Das Potenzial einen Hit zu landen kann man durchaus auch einigen anderen Songs der Platte, wie etwa „Radio Silence“ oder „No Pasaran“ zugestehen, denn Gray weiß, was er tut. Er verbindet in zwölf Songs durchaus eine aufbruchsartige Grundstimmung, die mehr positiv als negativ ausgelegt werden kann, immer wieder mit politischen Motiven, sodass man klare Punkstrukturen identifizieren kann. Somit bietet er eine gelungene musikalische Synthese von den Anfängen von Boysetsfire bis hin zur aktuellen Pandemie an. (8-7-8)
Kevin: Nathan Gray is Back! Mit seinem dritten Longplayer „Rebel Songs“ schafft er es erneut uns mitten ins Herz zu treffen. Und das nicht mit Herzschmerz allein nein, sondern mit politischen Statement, also quasi zurück zu den Wurzeln. Und um diese Geschichte zu erzählen, holt sich Nathan mal eben Freunde wie Tim McIlrath (Rise Against ) oder auch Matze Rossi ins Boot und das war erst er Anfang. Die Platte ist nur so von Features geschmückt und erzählt Geschichten, die einfach unter die Haut gehen und direkt uns spüren lassen, was Nathan eigentlich sagen möchte: 30 Jahre Lebenserfahrung, die einfach in die Welt hinaus möchten. (9-8-8)
Fotocredit: Becky Fontaine