Am 16. Oktober veröffentlichen Fontaines D.C. ihr fünftes Studioalbum Dopamine Chamber und entwickeln ihren Sound konsequent weiter. Nach Romance (2024) entfernt sich die Band noch stärker vom klassischen Gitarrenrock und setzt vermehrt auf Synthesizer, elektronische Elemente und Streicherarrangements.
Bereits der Opener „Six Shot Morning“ vermittelt einen Eindruck davon, wie weit sich die Band entwickelt hat. Gleichzeitig fühlt es sich an, als würde mit dem ersten Song eine Reise beginnen, auf die das Album seine Hörer mitnimmt. Mit „Marianne“, der ersten veröffentlichten Single, folgt ein weiterer gelungener Track, der eine neue Seite der Band zeigt. Die Kombination aus träumerischen Klängen und dem Spiel mit Fantasie und Realitätsflucht schafft eine Klangwelt, die man so von Fontaines D.C. bisher kaum kennt.
„Mimesis“ ist ein Song, mit dem man sich vermutlich erst anfreunden muss. Beim wiederholten Hören könnte er durchaus noch wachsen. „Happy For You“ erinnert dagegen wieder stärker an den ursprünglichen Sound der Band und an das Vorgängeralbum „Romance“.
Besonders gespannt war ich auf „Where Is Gone?“, die Zusammenarbeit mit ROSALÍA und damit eine neue Erfahrung für die Band auf einem eigenen Album. Ganz überzeugen konnte mich der Song allerdings nicht. Der Text ist schön, aber musikalisch hätte ich mir etwas mehr erwartet. Für mich passen die Stimmung und die musikalische Umsetzung nicht ganz zusammen. Insgesamt gehört der Track deshalb nicht zu meinen Favoriten des Albums.
„You Miss Me“ gefällt mir wiederum sehr gut, während mich „Japan“ weniger abholt. Mit „Intimate“ endet das Album schließlich auf eine Weise, die an den Einstieg erinnert und den Eindruck einer musikalischen Reise abrundet. Klanglich musste ich dabei auch an Skinty Fia aus dem Jahr 2022 denken.
Insgesamt ist „Dopamine Chamber“ für mich nicht das stärkste Album von Fontaines D.C., bietet aber einige gute Tracks und interessante musikalische Ansätze. Die Band probiert sich weiter aus, ohne mich als Fan zu verlieren. Auch wenn mich nicht jeder Song gleichermaßen überzeugt, bleibt es spannend zu sehen, in welche Richtung sich Fontaines D.C. als Nächstes entwickeln.
Fotocredit: Albumcover / Artwork