Es gab eine Zeit, in der viele die Zukunft der japanischen Metalcore-Giganten Crystal Lake nach dem Ausstieg von Frontmann Ryo Kinoshita infrage stellten. Doch wer die Band, die 2024 bei Century Media unterschrieben hat, sah und die ersten Shows mit dem neuen Vocalist John Robert Centorrino erlebte, wusste: Hier wird kein Gang zurückgeschaltet.
Mit ihrem neuesten Werk „The Weight of Sound“ liefert das Quintett nun den endgültigen Beweis für ihre Vormachtstellung im modernen Metalcore. Produziert und verfeinert von Schwergewicht Jeff Dunne (u.a. Knocked Loose), ist das Album eine hochexplosive Mischung aus rücksichtsloser Hardcore-Attitüde und der technischen Brillanz, die Crystal Lake weltweit populär gemacht hat.
Eine Reise zwischen Abrissbirne und Atmosphäre
Das Album startet mit einer gnadenlosen Offensive. „Everblack„ macht keine Gefangenen und setzt sofort auf eine extreme Sound-Dichte, die durch die Deathcore-Einflüsse von David Simonich (Signs of the Swarm) fast schon erdrückend massiv wirkt. Das Feature passt wie die berühmte Faust aufs Auge! Ein kurzer Klavier-Part am Ende lässt uns nur kurz Luft holen, bevor „BlüdGod„ übernimmt. Hier blitzen erstmals elektronische Nuancen auf, die an Make Them Suffer erinnern, während Taylor Barber (Seven Hours After Violet) den Song mit seiner Stimmgewalt veredelt. Die Energie des Songs lässt die Zuhörenden durch das treibende Instrumental und die harten Shouts kaum ruhig sitzen – im besten Sinne!
Die erste Hälfte der Platte bleibt dem Hochgeschwindigkeits-Sektor treu: „Neversleep„ (feat. Myke Terry vonFire From The Gods, Volumes) und das treibende, an While She Sleeps erinnernde „King Down„ sind pure Energie für den Moshpit künftiger Liveshows von Crystal Lake. Während „The Undertow„ trotz des starken Features von Karl Schubach (Misery Signals) und feiner Gitarrenarbeit etwas gleichförmig wirkt, bricht der Titeltrack „The Weight of Sound“ alle Konventionen. Episch, atmosphärisch und mit Parkway Drive-Vibe, glänzt John hier erstmals mit beeindruckenden Clean Vocals, welche eine willkommene Abwechselung sind. Der Song wirkt wie eine wahre Metalcore-Hymne und ist eines der großen Highlights des Albums.
Ein beeindruckendes Finale
Gegen Ende beweisen Crystal Lake, dass sie mehr können als nur „schnell“. Zwar liefert „Crossing Nails“ nochmal den gewohnten druckvollen Metalcore-Standard, doch mit „Dystopia„ folgt das nächste Highlight. Jesse Leach (Killswitch Engage) verleiht dem Track mit seiner einzigartigen Stimme eine unvergleichliche Tiefe, die in einem fast rockballaden-artigen, dystopischen Ende gipfelt. Nach dem atmosphärischen „Sinner“ und dem klassischen Brecher „Don’t Breathe“ entlässt uns „Coma Wave“ fast schon mystisch aus der Platte. Ein beeindruckender Song, der mit Piano-Klängen und Centorrinos sanfterer Seite beginnt, bevor er in einem dichten Sound-Gewitter explodiert und den Kreis zum Anfang schließt.
Fazit:
„The Weight of Sound“ ist ein Statement. Crystal Lake bleiben ihrem Kern treu und nutzen ihre beeindruckenden Kontakte in der Szene, um durch hochkarätige Features für die nötige Varianz zu sorgen. Auch wenn einige Tracks im Mittelteil strukturell sehr ähnlich gestrickt sind und man sich hier und da noch mehr Mut zu Experimenten wie im Titeltrack gewünscht hätte, ist die Produktionsqualität über jeden Zweifel beeindruckend.
John Robert Centorrinos hat seinen Platz am Mikrofon von Crystal Lake endgültig zementiert und bringt eine Verletzlichkeit in die Texte, die perfekt mit der instrumentalen Gewalt kontrastiert. Für Fans der Band und Liebhaber von modernem, druckvollem Metalcore ist dieses Album ein Pflichtkauf. Ein solider, krachender Start in das Musikjahr, welchen Crystal Lake zusammen mit den Metalcore-Legenden Miss May I im Februar und März im Rahmen einer Co-Headline Tour in Europa feiern.
CRYSTAL LAKE & MISS MAY I
EUROPEAN CO-HEADLINE TOUR 2026
With Special Guests:
GREAT AMERICAN GHOST, DIESECT
24.02.26 The Netherlands Utrecht @ Tivoli Pandora
25.02.26 Belgium Antwerp @ Zappa
27.02.26 Germany Karlsruhe @ Substage
28.02.26 Germany Cologne @ Essigfabrik
01.03.26 Germany Hamburg @ Logo
02.03.26 Germany Berlin @ SO36
03.03.26 Czech Republic Prague @ Rock Cafe
05.03.26 Austria Vienna @ Szene
06.03.26 Germany Munich @ Backstage
07.03.26 Switzerland Geneva @ PTR/L’Usine
09.03.26 Spain Barcelona @ Razzmatazz 2
10.03.26 Spain Madrid @ Copérnico
11.03.26 Portugal Lisbon @ LAV Lisboa ao Vivo
12.03.26 Spain Vitoria @ Jimmy Jazz
14.03.26 France Paris @ Nouveau Casino
15.03.26 France Lille @ The Black Lab
16.03.26 UK Southampton @ The Brook
17.03.26 UK Cardiff @ Tramshed
19.03.26 UK London @ O2 Academy Islington
20.03.26 UK Manchester @ Club Academy
21.03.26 UK Glasgow @ The Garage
22.03.26 UK Birmingham @ O2 Academy2
Fotocredit: Albumcover / Artwork