Mit „Catch & Release“ melden sich Schreng Schreng & La La nach längerer Pause zurück und legen ein Werk vor, das einmal mehr zwischen leiser Intimität und schonungsloser Ehrlichkeit pendelt. Wer die Band kennt, weiß: Hier geht es nie um lautstarkes Spektakel, sondern um Texte, die sich direkt ins Herz graben, und um Melodien, die diese Worte tragen, ohne sie jemals zu übertönen.
Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wie „Alles muss brennen“ oder „Projekt 82“ fällt auf, dass sich die Band treu geblieben ist – und doch an vielen Stellen gereift wirkt. Die Produktion von „Catch & Release“ klingt klarer, strukturierter und etwas fokussierter, ohne dass die charakteristische Zurückhaltung verloren ginge. Genau darin liegt die Stärke des Albums: Es versucht nicht, größer oder bombastischer zu sein, als es sein muss. Stattdessen überzeugt es durch seine schlichte Direktheit.
Das Zusammenspiel aus den introspektiven Texten von Jörkk Mechenbier und den feinfühligen Gitarrenlinien von Lasse Paulus ist weiterhin das Herzstück des Projekts. Schon frühere Werke lebten von dieser Dynamik, doch „Catch & Release“ schafft es, den Hörer*innen noch tiefer in diese fragile Balance aus Melancholie und Wärme hineinzuziehen. Wo frühere Platten manchmal etwas roh oder fragmentarisch wirkten, zeigt sich hier eine größere Geschlossenheit im Gesamtbild.
Eine ehrliche Einschätzung: Wer auf der Suche nach einem radikal neuen Sound ist, wird auch dieses Mal nicht fündig werden. Schreng Schreng & La La waren noch nie eine Band, die Trends hinterherläuft oder ihre DNA für Experimente opfert.
Mit „Catch & Release“ beweisen Schreng Schreng & La La, dass Kontinuität und Authentizität wichtiger sein können als jede Neuerfindung. Es ist ein Album, das still bleibt, wo andere schreien, und genau dadurch nachhaltig wirkt. Wer sich darauf einlässt, wird ein Werk finden, das begleitet, tröstet und vor allem zeigt, wie kraftvoll Einfachheit sein kann.
Fazit: Ein starkes Comeback, das die Essenz von Schreng Schreng & La La bewahrt und sie zugleich reifer und klarer klingen lässt als je zuvor.
Das Album findet ihr ab Freitag z.B. hier.
Fotocredit: Albumcover / Artwork