Ein ausverkauftes zakk in Düsseldorf ist wohl einer der besten Orte für ein wildes Punkrock Konzert!
Der Abend am 26. März 2026 im zakk Düsseldorf stand ganz im Zeichen des Punkrocks – und war schon lange vor diesem Tag ausverkauft. Die „Sternhagelvoll Tour“ von Focus bestätigt eindrucksvoll, was sich bereits abgezeichnet hat: Bei der nächsten Show der Jungs werden die Läden wohl eine Nummer größer ausfallen müssen.
Pünktlich um 20 Uhr eröffneten Müde den Abend – und legten direkt los & sparte sich die Aufwärmphase. Ihr knapp 20-minütiges Set war genau das, was man sich als Einstieg für so einen Abend wünscht. Besonders auffällig: Schon ab dem ersten Song bildete sich ein kleiner, aber stetig wachsender Pit vor der Bühne. Die Band zeigte sich sichtlich dankbar, Teil der Tour zu sein, und betonte mehrfach, selbst große Fans von Focus zu sein. Ein kurzes, knackiges Deutschpunk-Set – mehr braucht es zum Warmwerden eigentlich nicht.
Aber…! Nach einer kurzen Umbaupause ging es direkt weiter mit dem zweiten Support: Damnage aus Orlando, Florida. Zeit für große Worte zum Beginn des Sets nahmen sich die drei nicht – stattdessen wurde sofort Vollgas gegeben. Ihr Sound bewegte sich zwischen Punk und Alternative Rock, mit einem starken Frontsänger, der schnell die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hatte. Besonders die Pits hatten es ihm angetan: Mehrfach lobte er die Energie, aber auch die Rücksichtnahme im Publikum. Großen Respekt, dass die Jungs für diese Tour aus den USA angereist ist. Umso erfreulicher die Ankündigung, künftig eigene Shows in Deutschland spielen zu wollen – definitiv ein Name, den man sich merken sollte.
Kurz nach 21 Uhr, begleitet von einer herrlich wilden Umbau-Playlist mit Songs von Miley Cyrus und Natasha Bedingfield, wurde es dann ernst: Focus betraten die Bühne. Mit einem knappen „Herzlich willkommen auf der Sternhagelvoll Tour 2026, wir sind Focus“ ging es direkt los – und mit „Für immer 21“ fand die Band den perfekten Einstieg in ein Set, das von der ersten Sekunde an funktionierte. Über rund 100 Minuten lieferten die Jungs aus Riesa ein intensives Punkrock-Set ab, das im zakk genau richtig aufgehoben war.
Das Publikum zeigte sich für einen Donnerstagabend erstaunlich ausgelassen und textsicher. Bereits früh im Set nahm sich Sänger Eric Zeit für Danksagungen um auch niemanden zu vergessen – Vorbands, Crew und alle Beteiligten. Besonders wichtig: die Ansprache an das Awareness-Team der Tour. Klare Regeln wurden formuliert: kein respektloses Verhalten, Maß beim Trinken – trotz Tour-Motto – und: Shirts bleiben an. Eine Ansage, die selbstverständlich aber leider doch immer wieder notwendig ist.
Die Setlist spannte einen gelungenen Bogen durch die bisherigen Veröffentlichungen der Band. Schnelle, wilde Songs wechselten sich mit ruhigeren Momenten ab, sodass immer wieder Raum zum Durchatmen blieb. Ein Highlight war „Gesichtstattoo“, die aktuellste Veröffentlichung – live ein absoluter Abriss. Zur Mitte des Songs wagte Sänger Eric einen kurzen Abstecher ins Publikum.
Mit „Rote Rosen“ und „Picobello“ ging es langsam in die Zielgerade, bevor bei „Sternhagelvoll“ nochmal alles zusammenkam: Die Mitglieder von Müde und Damnage betraten nochmals die Bühne, das Publikum schwenkte die Arme, und auf der Empore wurden Fans mit selbstgebastelte Sterne sichtbar – eine dieser kleinen, besonderen Konzertaktionen, die im Gedächtnis bleiben.Nach kurzer Pause folgte die Zugabe, die überraschend ruhig begann: ein Piano-Intro zu „AU“. Doch die Ruhe hielt nicht lange – mit voller Bandbesetzung ging läutet dieser Song das Finale ein.
„24/7“ und „Kein Limit“ sorgten für dieses Finale und für einen letzten, wilden Pit und einen würdigen Abschluss. Als das Licht wieder anging, zeigte sich das typische Bild nach einem gelungenen Punkrockabend: verschwitzte, erschöpfte, aber durchweg glückliche Gesichter. Und tatsächlich – die Ansage hatte gewirkt: Alle hatten ihre Shirts an. Focus haben an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen, dass sie wohl die nächsten Jahre in größeren Clubs oder auch auf größeren Festivals eine Rolle spielen werden.
Wachsende Fanbase und unermüdlicher Tourarbeit – unter anderem als Support für Feine Sahne Fischfilet oder Hämatom – haben sie sich eine starke Community aufgebaut.
Wer noch die Chance hat, einen Tourstopp mitzunehmen, sollte das unbedingt tun.
Review: Fabian Hafels
Fotocredit: Offizielle Tourgrafik