Future Islands kündigen mit From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth ein besonderes neues Album an: Am 22. Mai 2026 erscheint über 4AD keine klassische Werkschau, sondern eine Compilation, die alternative Versionen bekannter Songs, Raritäten und Fan-Favoriten versammelt, die bislang nicht im Streaming verfügbar waren.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Band aus Baltimore vom vielversprechenden Geheimtipp zu einer der prägenden Gruppen ihres Genres entwickelt. Gerade deshalb überrascht der Ansatz dieser Veröffentlichung: Statt eines erwartbaren „Best of“ richten Future Islands den Blick auf das, was zwischen den offensichtlichen Meilensteinen liegt – auf seltene Aufnahmen, andere Perspektiven auf vertraute Stücke und Songs, die die stilistische Spannweite der Band besonders gut sichtbar machen.
Der Titel From a Hole in the Floor to a Fountain of Youth deutet bereits an, worum es auf dem Doppelalbum geht. Über zwanzig Songs und vier Vinylseiten hinweg soll die Reise der Band über zwanzig Jahre nachvollziehbar werden – von den frühen, improvisierten Anfängen bis zu den größeren Bühnen der Gegenwart. Es ist ein Rückblick, der weniger auf Hits als auf Atmosphäre, Entwicklung und Kontinuität setzt.
Zusammengestellt wurde die Sammlung von Bassist William Cashion, der auch den Albumtitel ausgewählt hat. Die zugrunde liegende Bildsprache beschreibt er als Kontrast zwischen Alltag und Verwandlung: Das „Loch im Boden“ stehe für das Gewöhnliche, während die „Quelle der Jugend“ jenen magischen Moment meine, in dem Traum und gelebte Wirklichkeit nebeneinander existieren. Damit knüpft der Titel an ein zentrales Motiv im Schaffen der Band an: die Spannung zwischen Melancholie, Pathos und Hoffnung.
Passend dazu wirkt auch die Idee hinter der Veröffentlichung eher wie eine behutsame Neuverortung als wie eine große Jubiläumsgeste. Future Islands waren immer mehr als ihre euphorischen Live-Momente und die unverwechselbare Präsenz von Sänger Samuel T. Herring. Die nun versammelten Songs sollen gerade jene leiseren, vielschichtigen Seiten der Band hervorheben, die im Schatten der größeren Gesten manchmal übersehen werden.
William Cashion formuliert die Intention entsprechend persönlich: Diese Veröffentlichung sei für all jene gedacht, die die Songs über Jahre hinweg begleitet hätten – von frühen Hauspartys bis zu den Orten, an denen die Band heute spielt. Das verleiht dem Album den Charakter eines Dankeschöns an langjährige Hörerinnen und Hörer, ohne dabei nostalgisch stehenzubleiben.
Foto: Shawn Brackbill