Die Truppe aus Albany, New York, veröffentlicht mit „Chain Of Command“ jetzt ihre neue EP – und die klingt wie ein wütender Handschlag zwischen 90s-Grunge, 2000er-Hardrock und modernem Hardcore. Dazu kommt eine ordentliche Portion Rock’n’Roll-Attitüde und – vielleicht der wichtigste Punkt – ein Gespür für Hooks, die hängen bleiben.
Dabei ist die Band noch gar nicht so lange unterwegs. Gegründet Ende 2022, haben sich Flatwounds innerhalb kürzester Zeit aus dem rauen Indie-Underground der US-Ostküste nach vorne gespielt. Erste Aufmerksamkeit gab’s mit der „Raw EP“, Tracks wie „Rust“ und „Fade“ sammelten schnell ordentlich Streams. Spätestens als „Drenched“ Anfang 2025 auf TikTok viral ging, war klar: Das hier bleibt kein Geheimtipp.
Der nächste logische Schritt folgte mit dem Signing bei Blue Grape Music und der Zusammenarbeit mit Produzent Brian Robbins (u.a. Beartooth, Pierce The Veil). Singles wie „Case Logic“ und „Vilify“ haben diesen Weg bereits angedeutet – „Chain Of Command“ führt ihn jetzt konsequent weiter.
Parallel zur EP gibt es auch direkt neues Bildmaterial: Das Video zu „Inertia“ unterstreicht den düsteren Grundton der Platte ziemlich eindrucksvoll. Frontmann Colin O’Hare beschreibt den Song als etwas, das bewusst an unangenehme Stellen geht – musikalisch wie emotional. Es geht um das, was man gerne verdrängt. Und genau deshalb funktioniert es.
Überhaupt ist „Chain Of Command“ keine Veröffentlichung, die sich anbiedert. Stattdessen geht es um Themen wie Apathie, gesellschaftlichen Druck und diese Momente, in denen man merkt, dass man eigentlich feststeckt – obwohl man sich bewegt.
Und genau hier setzen Flatwounds musikalisch an: kantige Riffs, rohe Energie und eine spürbare Live-Dynamik, die sich durch die gesamte EP zieht. Zwischen all der Dissonanz blitzen immer wieder melodische Momente auf, die den Songs Struktur geben, ohne ihnen die Kanten zu nehmen.
Auch live will die Band genau da weitermachen. Touren mit Excide und Lip Critic stehen an, dazu ein Slot beim Sick New World Festival in Las Vegas – inklusive Pre-Show mit Mastodon und den Melvins.
Fotocredit: Will Fredette