Mit ihrem aktuellen Album „LIMIT“ haben Devil May Care ein Werk geschaffen, das gleichermaßen unter die Haut geht wie es Fragen stellt – über innere Abgründe, gesellschaftliche Kälte und den Versuch, in all dem einen eigenen Standpunkt zu bewahren. Auf der Downfall-Tour bringen sie diese düstere, intensive Klangwelt nun auf die Bühne und erweitern sie um eine eigens entwickelte visuelle und erzählerische Ebene. Zwischen aufwendig inszenierter Lichtarchitektur, dystopischer Ästhetik und direkter Publikumsnähe entsteht dabei mehr als ein Konzert: eine emotionale Erfahrung, die Grenzen auslotet – musikalisch wie inhaltlich. Im Interview mit uns dem Frontstage Magazine sprechen Devil May Care darüber, wie sich „LIMIT“ live verändert, warum gerade resignierende Songs eine besondere Kraft entwickeln und weshalb kleine Clubs manchmal die intensivsten Momente hervorbringen.
Frontstage Magazine:I hr bringt mit der Downfall-Tour euer aktuelles Album „LIMIT“ auf die Bühne. Welche emotionalen oder erzählerischen Grenzen wollt ihr live noch weiter ausloten, als es auf dem Album selbst möglich ist?
Devil May Care: Wir freuen uns mega, dass das Album jetzt draußen ist! Natürlich macht man sich immer wahnsinnig viele Gedanken, wie die Platte aussehen und sich anfühlen soll, aber am Ende ist man beim Anhören weitgehend auf die Musik beschränkt. Für LIMIT haben wir im vergangenen Jahr aber auch sehr viel Zeit und Energie investiert, um eine Show zu entwickeln, welche die Themen der Songs noch stärker betont. Daraus hat sich eine kleine dystopische Geschichte entwickelt, die in Zwischensequenzen erzählt wird. Wir sind sehr gespannt, wie das ankommt!
Frontstage Magazine: Eure Musik lebt von einer besonderen Mischung aus kühler Atmosphäre und massiver Intensität. Wie setzt ihr dieses Spannungsfeld visuell und dramaturgisch in der Liveshow um?
Devil May Care: Wir arbeiten sehr viel mit Licht- und erstmals auf der Tour auch mit Videoelementen. Wahrscheinlich übertreiben wir da etwas mit dem Aufwand: Die Lichttechnik haben wir extra für diese Tour selbst entwickelt und gebaut. Daraus ergeben sich ganz andere Möglichkeiten, die Kälte der Songs auch visuell auf die Bühne zu bringen. Und es hat auch einfach großen Spaß gemacht, sich vor der Tour noch einmal so tief mit den Songs zu beschäftigen und die passenden Visuals dafür vorzubereiten.
Frontstage Magazine: „LIMIT“ wirkt an vielen Stellen wie ein sehr bewusst komponierter innerer Dialog. Welche neuen Bedeutungen gewinnen die Songs für euch, wenn ihr sie Abend für Abend vor Publikum spielt?
Devil May Care: Das ist ein spannender Punkt. Die Themen auf LIMIT sind zwar sehr bewusst gesetzt, aber trotzdem entwickeln die Songs oft schon innerhalb der Band für jeden von uns eine unterschiedliche Bedeutung. Und so richtig merkt man dann erst live, bei welchen Songs der Funke am stärksten auf das Publikum überspringt und wie die Stimmung im Publikum die Songs beeinflusst. Einige der Songs haben auch einen etwas resignierenden Charakter, die Songs Limit und Amen beispielsweise. Eigentlich sind das keine Themen, mit denen man sich jeden Tag erneut beschäftigen will. Wir sind ja alle Experten darin, schwierige Fragen einfach in die Zukunft zu schieben. Aber wenn es nur bei einem Teil des Publikums etwas Gutes auslöst, dann ist es das wert.
Frontstage Magazine: Ihr seid bekannt für eine direkte, ungeschönte Art, Themen anzupacken. Wie beeinflusst die Reaktion des Publikums — gerade in kleineren, intensiven Clubräumen — eure Performance und vielleicht sogar eure Sicht auf einzelne Songtexte?
Devil May Care: Für uns gehört es zur Band dazu, dass wir unsere Positionen offen nach außen tragen und damit haben wir auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Feedback aus dem Publikum spielt auf der Bühne eine große Rolle. Aber natürlich führt man dabei keine tieferen Gespräche. Man spürt einfach, ob der Vibe da ist, und das wirkt sich auch wieder auf unsere eigene Energie beim Spielen aus. Hin und wieder gibt es dann schon auch mal noch Diskussionen am Merch, aber genau so soll es doch auch sein und darauf freuen wir uns!
Frontstage Magazine: Die Tour vereint sehr unterschiedliche Städte und Raumgrößen. Inwiefern verändert sich eure Show, wenn ihr zwischen intimen Clubs und größeren Locations wechselt? Gibt es Elemente, die ihr bewusst nur in bestimmten Räumen ausspielt?
Devil May Care: Ganz klar, die Clubs der Tour sind sehr unterschiedlich. Vielleicht hat man nicht auf jeder Bühne den Platz zum wilden Herumspringen, aber dafür sind gerade die kleineren Läden unschlagbar, was die Energieübertragung zwischen Band und Publikum angeht. Wir haben den Anspruch, dass jede:r Besucher:in unserer Konzerte die vollen einhundert Prozent von uns bekommt. Das erfordert manchmal auch etwas Kreativität in der Umsetzung. Aber das Schöne ist: Für uns schafft das Abwechslung und für alle anderen wird es sicher auch in jeder Stadt ein individuelles Erlebnis sein.
Wir vom Frontstage Magazine präsentieren euch die Tour von Devil May Care in Zusammenarbeit mit Spider Promotion.
17.12.2025 Würzburg, Posthalle ***
16.01.2026 Nürnberg, Club Stereo **
17.01.2026 Dresden, HD
22.01.2026 Hamburg, Logo *
23.01.2026 Hannover, Lux *
24.01.2026 Vechta, Gulfhaus *
27.01.2026 München, Backstage *
28.01.2026 Frankfurt, Nachtleben *
29.01.2026 Göttingen, Exil *
30.01.2026 Krefeld, Kulturrampe *
31.01.2026 Köln, Helios 37 * **
*special guest: Oceandvst (Thessaloniki)
**special guest: Call It A Day (Köln)
***special guests: Impvlse (Nürnberg) & Leyka (Mainz)
Fotocredit: Niklas Griebel