jolle erlebt in diesen Tagen den intensivsten, rasantesten, lautesten, buntesten, bislang wohl besten Sommer ihres Lebens. Wer die Wahlhamburgerin – mitreißend euphorisiert hinter ihrem mit Kuscheltieren drapierten Mikrofonständer stehend – im
Bühnenlicht erlebt, wird sich nur schwerlich vorstellen können, dass jolle regelmäßig gegen innerliche Dunkelheiten anzukämpfen hat. In ihrer neuen, am 22. August erscheinenden Single »50 stufen grau« beschreibt sie wortmalerisch und metapherngeladen, was kaum in Worte und Metaphern zu fassen ist: Den Zustand der emotionalen Monochromie zwischen leeren Stühlen, des leergefühlten Herzens, der depressiven Leere. Zwischen quellenden Synths, blechern-kühlen 808s und
geradlinigen, in der Hook einsetzenden Drums blickt jolle – der Kopf vernebelt, die Sinne taub – auf ihr Scherbenhaufen-gewordenes, vielfach zu stark strapaziertes Herz: »Glaub’, ich hab’s im Stich gelassen / und jetzt hat es mir nen’ Stich verpasst«. jolles Stimme klingt in den Parts surreal abgeklärt, ja, ungetrübt und in aufbrausenden Momenten maximal kraftvoll bis verzweifelt – an Glaubwürdigkeit verliert sie jedoch keine halbe Sekunde lang. »50 stufen grau« ist als Startschuss eines neuen Kapitels in jolles junger Karriere zu verstehen. Erst kürzlich hat sie im Zuge der EP »petrichor acoustics« die Ära »alle märchen sind gelogen« gekrönt und anaïs auf deren Song »arsch der welt« unterstützt.
Fotocredit: offizielles Singlecover mit freundlicher Genehmigung von Universal Music GmbH