Es gibt Alben, die man hört, und es gibt Alben, die einen hören lassen. „The Sky, The Earth & All Between“ ist Letzteres. Architects haben nicht einfach nur eine neue Platte veröffentlicht – sie haben ein Statement in Stein gemeißelt, das zwischen Himmel und Erde hallt, mal donnernd, mal flüsternd, aber immer voller Bedeutung.
Nach über einem Jahrzehnt an der Spitze des modernen Metalcore hätte man meinen können, die Band würde sich auf Altbewährtes stützen. Doch nein, Architects haben sich selbst übertroffen. Diese Platte ist alles: wütend und verletzlich, hart und hymnisch, radikal und introspektiv. Sie ist eine Symphonie der Extreme, in der jede Nuance zählt.
Der Sound: Von Abrissbirnen und Atmosphären
Der Opener „Elegy“ ist der perfekte Einstieg – dramatisch, schwer und mit einer bedrohlichen Intensität, die sofort klarmacht, dass Architects hier nichts dem Zufall überlassen haben. Direkt danach peitscht „Whiplash“ los, ein Song, der seinen Namen verdient: explosiv, voller Energie und mit einer Hook, die sich tief in die Gehörgänge fräst.
Mit „Blackhole“ folgt einer der wohl heftigsten Tracks des Albums. Die Riffs schneiden wie Rasierklingen, das Drumming ist pures Adrenalin, und Sam Carter klingt, als würde er sich die Seele aus dem Leib schreien. Im Gegensatz dazu überrascht „Everything Ends“ mit einem fast poppigen Refrain, der beweist, dass Architects die Balance zwischen Härte und Eingängigkeit perfekt beherrschen.
Features, die das Album noch größer machen
Besondere Highlights sind die beiden Features: „Brain Dead“ bekommt mit House of Protection eine düstere, fast sakrale Dimension, die sich von allem abhebt, was die Band bisher gemacht hat. Noch eindrucksvoller ist „Judgement Day“ , bei dem Amira Elfeky mit ihrer Stimme eine epische Dramatik schafft, die unter die Haut geht.
Texte, die treffen wie ein Schlag in die Magengrube
Dan Searle hat schon immer eine Gabe für tiefgründige Lyrics, doch hier scheint er sich selbst übertroffen zu haben. „Evil Eyes“ fühlt sich an wie ein Blick in den Abgrund, während „Landmines“ politische und gesellschaftliche Missstände mit gnadenloser Präzision auseinandernimmt. „Broken Mirror“ wiederum geht tief in die persönliche Ebene und trifft mit seiner düsteren Ehrlichkeit direkt ins Herz.
Und dann ist da „Seeing Red“ – vielleicht der direkteste, selbstironischste Song auf „The Sky, The Earth & All Between„. Ein bissiger Kommentar auf Genre-Grenzen und Fan-Erwartungen, verpackt in einem absoluten Abriss-Song.
Ein Finale, das bleibt
Zum Abschluss gibt es mit „Chandelier“ noch einmal eine völlig andere Facette der Band. Zerbrechlich, melancholisch, fast hoffnungsvoll – bis der Song sich in einem finalen Crescendo entlädt. Es ist ein perfekter Schlusspunkt für ein Album, das in seiner ganzen Breite fasziniert.
Fazit: Architects definieren sich neu – und bleiben sich treu
Mit „The Sky, The Earth & All Between„ haben Architects nicht nur ihr bisher bestes Album abgeliefert, sondern ein Werk geschaffen, das in seiner Mischung aus Härte, Melodie und Emotion einzigartig ist.
Es ist der Sound einer Band, die genau weiß, wer sie ist – und doch nie stehen bleibt. Wer dachte, Architects hätten ihr kreatives Limit erreicht, wird hier eines Besseren belehrt. Dieses Album ist ein Triumph!
ARCHITECTS auf Tour mit LINKIN PARK
16.06. Hannover – Heinz-Von-Heiden Arena
18.06. Berlin – Olympiastadion
01.07. Düsseldorf – Merkur Spiel Arena
08.07. Frankfurt – Deutsche Bank Park
Fotocredit: Ed Mason