Rainer Maria Rilke und Trap-Beats begegnen sich vermutlich auch nicht jeden Tag. Für ihre neue Single „Schaukasten“ bringt GG Soprano allerdings genau diese beiden Welten zusammen. Der bereits am 25. September erschienene Track hat nun auch ein Musikvideo bekommen und liefert einen weiteren Vorgeschmack auf das Konzeptalbum „Opera is alive“.
Im Mittelpunkt steht das Gefühl, zwar permanent gesehen und beobachtet zu werden, sich selbst aber trotzdem nicht frei entfalten zu können. Das eigene Leben wird zum Schaukasten, die Außenwelt schaut hinein und irgendwo zwischen Erwartungen, Selbstzweifeln und den Stimmen anderer bleibt die eigene Freiheit auf der Strecke. Als Bild dafür greift GG Soprano auf Rilkes berühmtes Gedicht „Der Panther“ zurück. Nur sind die Gitterstäbe hier einer gläsernen Vitrine gewichen. Musikalisch trifft dazu ein Trap-Beat auf verzerrte Flüstervocals, die im Hintergrund für die notwendige Unruhe sorgen.
Auch das jetzt veröffentlichte Video führt diese Idee konsequent weiter: GG Soprano steht im Mittelpunkt und damit eigentlich genau dort, wo eine Künstlerin vermeintlich hinwill – nur wird das Rampenlicht hier selbst zum Gefängnis. Auf „Opera is alive“ soll „Schaukasten“ den Ausgangspunkt für die Reise aus dieser Starre markieren. Die dazugehörige Erkenntnis ist erfreulich einfach und trotzdem ziemlich treffend: Nur weil alle hinschauen, bedeutet das noch lange nicht, dass man frei ist.
Fotocredit: Diego Reindel MUA Emilie Kolev