Die in Berlin lebende iranische Sängerin, Songwriterin und Aktivistin Faravaz hat mit „Butterfly“ eine neue EP veröffentlicht. Das Projekt erscheint im Umfeld des diesjährigen Trans Visibility Day und versteht sich als musikalisches Statement für queere, trans und genderdiverse Menschen weltweit. Neben dem Titeltrack enthält die Veröffentlichung außerdem einen Remix, eine Acoustic Version sowie ein Instrumental. Release-Date ist der 20. März 2026 über das Label RAGEQUIT.
Im Zentrum der EP steht der Song „Butterfly“, den Faravaz gemeinsam mit Danilo Timm geschrieben hat. Entstanden ist der Track als kollektive Zusammenarbeit mit rund 15 FLINTA*-Sänger:innen und Rapper:innen sowie den D-Dur Dykes, dem größten FLINTA*-Chor Europas. Zu den beteiligten Künstler:innen zählen unter anderem Jennifer Weist (Yaenniver), Sookee, Mine, Lin, Kelz, Lisae, Iuma, Ay Wing, Jon Darc, Brix Schaumburg, Dan Perry, Vavunettha und Theresa Zanon. Fast alle Mitwirkenden sind selbst queer oder FLINTA*, was der EP eine deutlich gemeinschaftliche und solidarische Handschrift verleiht.
Inhaltlich setzt sich „Butterfly“ mit queerem Leben unter repressiven politischen und gesellschaftlichen Bedingungen auseinander. Faravaz beschreibt den Song als Erzählung über das Überleben in Systemen, die Menschen unsichtbar machen oder auslöschen wollen, und zugleich als Feier kollektiver Sichtbarkeit. Damit knüpft die Künstlerin an die politischen und feministischen Themen an, die ihr Werk seit Jahren prägen: Migration, queere Selbstbestimmung, Widerstand und internationale Solidarität.
Auch musikalisch zeigt sich die EP vielschichtig. Während der Haupttrack auf tanzbare Beats und einen hymnischen Charakter setzt, verschiebt der Remix den Fokus stärker in Richtung Bewegung und Club-Energie. Die Acoustic Version rückt dagegen die Verletzlichkeit des Songs und seine lyrische Intimität in den Vordergrund. Das Instrumental lässt schließlich Raum für Reflexion und eine eigene Lesart des Stücks. So entfaltet „Butterfly“ seine Botschaft in mehreren emotionalen und klanglichen Facetten.
Ein weiteres zentrales Element des Projekts ist das angekündigte Musikvideo, das am 30. März 2026, einen Tag vor dem Trans Visibility Day, erscheinen soll. Regie führte Kerstin Polte. Schon vorab wird deutlich, dass Faravaz „Butterfly“ nicht nur als Song, sondern als kollektiven Raum der Zugehörigkeit versteht – als musikalische Gemeinschaft, die Grenzen, Identitäten und Erfahrungen überschreitet.
In einem begleitenden Statement richtet sich Faravaz direkt an queere, trans und genderdiverse Menschen weltweit. Darin betont sie Solidarität mit all jenen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdrucks verfolgt, kriminalisiert oder zum Schweigen gebracht werden. „Butterfly“ sei all denjenigen gewidmet, die gezwungen seien, im Verborgenen zu leben oder unter lebensgefährlichen Bedingungen zu überleben.
Faravaz, 1990 in Teheran geboren und heute in Berlin lebend, steht wie kaum eine andere Künstlerin für die Verbindung von Pop und politischem Aktivismus. Im Iran wurde sie verfolgt, weil sie sich dem Gesangsverbot für Frauen widersetzte. Nach ihrer Flucht ins Exil baute sie sich in Deutschland eine neue künstlerische Existenz auf. Mit Songs wie „Mullah“, „Enemy of God“ und „Dessert“ sowie ihrem Debütalbum „Azadi“ machte sie international auf sich aufmerksam. Auch abseits der Bühne engagiert sie sich, unter anderem als Gründerin von The Right to Sing e.V.
Mit „Butterfly“ legt Faravaz nun eine EP vor, die persönliche Erfahrung, politischen Anspruch und kollektive Empowerment-Momente zusammenführt. Für ein Publikum, das Pop nicht nur als Soundtrack, sondern auch als Ausdruck von Haltung versteht, ist diese Veröffentlichung weit mehr als nur ein weiterer Release im März – sie ist ein deutliches Zeichen von Sichtbarkeit, Verbundenheit und Widerstand.
Faravaz – „Butterfly“ EP
VÖ: 20.03.2026
Label: RAGEQUIT
Foto: Lisa Lippe