As December Falls legen mit „Everything’s On Fire But I’m Fine“ ihr bislang kompromisslosestes Werk vor. Die Band, die spätestens mit „Happier“ 2021 für Aufsehen in der britischen Pop-Punk-Landschaft sorgte, lässt hier sämtliche Zurückhaltung fallen. Was einst als vielversprechendes DIY-Projekt begann, ist mittlerweile zu einer kraftvollen, eigenständigen Stimme herangewachsen – und das spürt man auf diesem neuen Album in jeder einzelnen Sekunde.
Während „Happier“ noch wie ein lauter Befreiungsschlag wirkte – ein musikalischer Appell an alle, die sich Gehör verschaffen wollten – wirkte der Nachfolger „Join The Club“ streckenweise überproduziert. Zwar gelang der Band damit ein beeindruckender Sprung in die Charts, doch klanglich hatte sich ein gewisser Hochglanz eingeschlichen, der nicht jede Emotion bis ins Mark transportieren konnte. Bei aller Energie fehlte es teilweise an echter Reibung.
Genau diese Reibung liefert „Everything’s On Fire But I’m Fine“ nun mit Nachdruck. Das Album ist roh, ungeschönt und bis zur letzten Note durchzogen von einem Gefühl permanenter Überforderung, dem viele Musikschaffende – insbesondere unabhängige Artists – nur allzu vertraut sein dürften. Zwischen Erschöpfung und Euphorie, Zweifel und Durchhaltewillen gelingt es As December Falls, ein zutiefst menschliches Porträt ihrer Realität zu zeichnen.
Klanglich zeigt sich das Quartett deutlich gereifter: Die Produktion ist klar, aber nicht klinisch. Die Songs wirken durchlässig, verletzlich, aber stets getragen von einer unbändigen Energie. Statt sich hinter radiotauglichen Formeln zu verstecken, wählt die Band den ehrlicheren, unbequemen Weg – und das macht dieses Album so überzeugend. Die Lyrics sind persönlicher denn je, ohne in Selbstmitleid zu versinken. Vielmehr entsteht ein Soundtrack für all jene, die mit dem Gedanken spielen, alles hinzuschmeißen – und es dann trotzdem nicht tun.
„Everything’s On Fire But I’m Fine“ ist kein Album, das auf Nummer sicher geht. Es ist ein Statement für alle, die kämpfen, zweifeln und trotzdem weitermachen. Verglichen mit früheren Werken klingt es weniger nach Trotz, sondern mehr nach Aufrichtigkeit – einer, die wehtun darf. Wo „Join The Club“ den Schritt ins Rampenlicht suchte, wagt sich dieses Album mitten ins Feuer. Und genau dort entsteht etwas Echtes.
Wir vom Frontstage Magazine präsentieren euch die Tour in Deutschland in Zusammenarbeit mit Undercover GmbH
13.10.2025 – Frankfurt, Das BETT
16.10.2025 – München, Backstage (Hall)
17.10.2025 – Köln, Gebäude 9
22.10.2025 – Hamburg, Bahnhof Pauli
23.10.2025 – Kassel, Kulturzentrum Schlachthof
24.10.2025 – Trier, Mergener Hof
26.10.2025 – Berlin, FRANNZ Club
Fotocredit: Camphaus Media