Man sollte meinen, dass die Jungs aus Castrop-Rauxel nach dem Überraschungscoup „You’re Hellcome“ erst einmal tief durchatmen. Doch weit gefehlt: Das Vierergespann rund um Daniel Haniß schaltet direkt in den Turbo-Modus. Am 27. März 2026 veröffentlicht die Band ihr zweites Album „Press Start“ via Century Media – pünktlich zum restlos ausverkauften „Samurai Pizza Fest“ in der Domstadt Köln. Mit dem Neuzugang Robin Scheer am Schlagzeug zünden Samurai Pizza Cats ein Feuerwerk aus 8-Bit-Nostalgie, kulinarischen Liebeserklärungen und brachialen Breakdowns.
Missionsstart: Rein in den Simulator
Schon das Intro „Insert Coin“ stellt die Weichen: Nostalgische Synthie-Wellen und das Geräusch einer eingeworfenen Münze katapultieren uns direkt in die Spielhalle der 90er. Sobald der Startknopf gedrückt ist, übernimmt „Pandastruck“ das Kommando. Der Song ist eine hochenergetische Ansage, die Metalcore-Wucht mit Ohrwurm-Garantie paart. Dass die Samurai Pizza Cats auch gerne im Team spielt, beweisen sie bei „T-Rex(plosion)“. Hier verschmelzen epische Melodien (dank der Unterstützung von Ankor) mit einem rasanten Metalcore-Sturm zu einer wahren Urgewalt. Ein wahres Highlight der Platte!
Von außerirdischen Feinschmeckern und Moshpits
Besonders amüsant wird es bei „Fear No Slice“. Die Story: Aliens landen auf der Erde und suchen den „Shining Star“ des Planeten – und finden die Ananas-Pizza. Musikalisch wird dieser Wahnsinn durch eine witzige Flöten-Einlage veredelt, die live zweifellos für ordentlich Bewegung im Pit sorgen wird.
Wer den roten Faden sucht, wird beim Track „Error 808“ fündig. Hier verschmelzen Shouts und galaktische Klangwelten zu einem Gute-Laune-Monster, das das Motto „Try Again“ perfekt verkörpert. Nach dem kurzen Zwischenstopp „Level Up“ folgt mit „Ramen-Man“ (feat. BABYBEARD) ein nächstes großes Highlight. Zwar lassen sich bei diesem Song Vergleiche zu Szenegrößen wie Electric Callboy kaum vermeiden, doch die Pizza-Liebhaber bewahren sich ihren ganz eigenen Charme und vergessen dabei nie ihre Wurzeln im Ruhrgebiet.
Kontraste: Neon-Träume und Tech-Eskalation
Das Album beherrscht jedoch nicht nur die Spaß-Schiene. Während „Penguin Supreme“ und „Super Zero“ die Fans des kontrollierten Chaos bedienen, schlägt „City of Gold“ eher leisere Töne an. Der Song hüllt die einzigartige Stimme von Daniel Haniß und melancholische Refrains in eine Sci-Fi-Atmosphäre, die an regennasse Neon-Metropolen erinnert – ein atmosphärischer Volltreffer!
Das Finale kommt jedoch alles andere als leise daher. Nachdem uns in „Thanks for Playing“ eine rotzige Kinderstimme Langeweile attestiert, setzen die Cats zum finalen Schlag an: Der STVW-Remix von „Pizza Homicide“. Die Techno-Interpretation ihres Hits ist ein mutiges Statement für die Tanzfläche und eine klare Absage an Fruchtbelag auf Teigboden.
Fazit
Mit „Press Start“ liefern die Samurai Pizza Cats das ultimative Modern-Metal-Update für 2026. Das Album ist eine perfekt ausbalancierte Mischung aus technischer Finesse, elektronischem Spieltrieb und einer gesunden Portion Selbstironie. Dass das Gaming-Konzept so kompromisslos durchgezogen wird, macht die Platte zu einem echten Erlebnis. Castrop-Rauxel ist damit endgültig auf der Landkarte des internationalen Metalcore-Zirkus verewigt.
Samurai Pizza Fest
Special Guests:
From Fall To Spring, STVW & Statefall
28.03.2026 – Köln, Live Music Hall
Fotocredit: Albumcover / Artwork