Mit seinem Debütalbum „chapters left unread“ legt Dust of Apollon ein Werk vor, das gleichermaßen intensiv, modern und emotional aufgeladen wirkt. Der erst 22-jährige Künstler aus Berlin bewegt sich mit seiner Musik bewusst jenseits klassischer Genregrenzen und erschafft einen Sound, der elektronische Energie, rockige Dynamik und weitläufige Klanglandschaften miteinander verbindet. Heraus kommt ein moderner Electronic-Rock-Hybrid, der überraschend international klingt und kaum an typische deutsche Produktionen erinnert.
Schon beim ersten Hören wird deutlich, dass Dust of Apollon ein klares künstlerisches Konzept verfolgt. „chapters left unread“ ist nicht einfach eine Sammlung einzelner Songs, sondern funktioniert wie ein zusammenhängendes Kapitelbuch. In insgesamt 14 musikalischen Episoden entfaltet sich eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich mit Identität, Selbstzweifeln, emotionalen Bruchstellen und persönlicher Heilung auseinandersetzt. Der Albumtitel steht sinnbildlich für jene Momente im Leben, die man erst im Rückblick vollständig versteht – Erfahrungen, die lange ungesagt bleiben und erst später eine Stimme finden.
Klanglich überrascht das Album vor allem durch seine internationale Ausrichtung. Der Sound von Dust of Apollon erinnert stellenweise eher an Acts aus der internationalen Electronic- und Alternative-Szene als an einen typischen deutschen Newcomer. Für mich klingt es wie eine Mischung aus Künstler*innen wie Sullivan King, Love Ghost oder Modestep, ohne dabei wie eine Kopie zu wirken – vielmehr entsteht ein nahezu perfektes Mash-up dieser Einflüsse. Gleichzeitig verbindet der Berliner diese Inspirationen mit einer eigenen Handschrift: Elektronische Drops treffen auf dichte Gitarrenflächen, während atmosphärische Synth-Layer für cineastische Weite sorgen.
Dabei bleibt „chapters left unread“ trotz seiner elektronischen Wucht stets emotional zugänglich. Die Musik wirkt wie ein Spannungsfeld zwischen innerer Unruhe und dem Versuch, Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen. Gerade diese Balance aus Energie und Verletzlichkeit verleiht dem Album eine besondere Intensität. Die Produktion wirkt modern und druckvoll, ohne dabei steril zu erscheinen – vielmehr entsteht eine dichte Klangwelt, die den emotionalen Kern des Albums unterstützt.
Dust of Apollon versteht das Album als Auftakt zu einer größeren Album-Trilogie, die nicht nur musikalisch, sondern auch visuell und erzählerisch gedacht ist. Die Verbindung von Musik, Film und Design deutet darauf hin, dass dieses Debüt erst der Anfang eines umfassenderen künstlerischen Universums sein könnte.
Insgesamt präsentiert sich „chapters left unread“ als ein bemerkenswert reifes Debütalbum. Dust of Apollon zeigt hier nicht nur ein Gespür für moderne Klangästhetik, sondern auch für emotionale Tiefe und konzeptionelle Stärke. Sollte er diesen Weg konsequent weitergehen, könnte der Berliner mit seinen kommenden Veröffentlichungen schnell zu einer der spannendsten neuen Stimmen im Bereich des elektronisch geprägten Alternative-Rock werden.
21.03. Berlin, Kantine am Berghain (Album Release Show)
Support für Hell Boulevard:
30.04. Köln, Helios37
01.05. Stuttgart, Im Wizemann
02.05. München, Backstage Club
03.05. Saarbrücken, Garage
08.05. Leipzig, Moritzbastei
09.05. Berlin, Badehaus
13.05. Wuppertal, LCB
14.05. Frankfurt, Nachtleben
15.05. Hannover, Subkultur
16.05. Hamburg, Logo
Fotocredit: Albumcover / Artwork