Folk ist ein weites Feld. Zwischen Lagerfeuerromantik, Indie-Melancholie und Eskalationen einer Band wie Skinny Lister passt erstaunlich viel Musik. Moondoggy bewegen sich irgendwo dazwischen – allerdings deutlich näher am beschwingten Indie-Folk als am maritimen Partywahnsinn. Wobei man beim Hören durchaus merkt: In dieser Band schlummert das Potential, auch mal den Tisch im Pub umzuschmeißen.
Gegründet 2019 in Toronto, haben sich Moondoggy zunächst klassisch hochgespielt: Hauspartys, DIY-Shows, kleine Clubs. Genau diese Art von Karriere, die man Folk-Bands irgendwie gönnt, weil sie sich organisch anfühlt. Mit ihrem Debütalbum „Mad & Noisy“ (2023) gelang der Band dann ein unerwartet großer Wurf – über 14 Millionen Streams sprechen eine deutliche Sprache. Der Nachfolger „Changing Seasons, Breaking Even“ vergrößerte das Publikum weiter, bis Moondoggy schließlich bei über 400.000 monatlichen Hörer:innen landeten und sich zu einer der populäreren Alternative-Bands Kanadas entwickelten.
Album Nummer drei trägt nun den Titel „Around The Fire“, und klingt, wie man sich Gespräche am Lagerfeuer vorstellt. Ein bunter Mix, der sein Genre einnal vonmal von rechts nach links abklopft. Wobei Moondoggy wesentlich fokusssierter daherkommen als in der vergangenheit. Die erstmalige Hinzunahme eines Produzenten zahlt sich also direkt aus. Die Arrangements sind kompakter, die Songs pointierter – ohne dass der lockere Live-Charakter verloren geht.
Der Einstieg verläuft mit „Grow Up, Move Out“ unisono smooth und catchy. „Everything is never enoough“ zeigt anschließend deutlich mehr Kante und lässt auch den E-Gitarren einen gewissen Raum. „All These Years“ zelebriert den Sommer und „Cut and Dried“ kommt ziemlich fuzzig daher.
Mit „Still Not There“ folgt dann der vermeintliche Fokus Track des Albums. Ein Song, der Moondoggys Stärken perfekt bündelt: treibender Rhythmus, warme Gitarren, ein Refrain, der sich unaufdringlich festsetzt und dieser typische Folk-Schimmer, der sofort Bilder von Sommernächten und langen Gesprächen entstehen lässt.
Überhaupt lebt das Album stark von Atmosphäre. Die Songs wirken oft wie kleine Momentaufnahmen und tragen somit eine gewisse Unbekümmertheit in sich. Wo früher manchmal noch das leicht chaotische DIY-Gefühl dominierte, findet man jetzt eine Band, die weiß, wie ihre Songs funktionieren.
Moondoggy sind vielleicht (noch) keine Party-Folk-Band im Stil der großen Pub-Eskalationen. Aber sie haben das Talent, Songs zu schreiben, die genau dort landen könnten – wenn sie es wollen.
Bis dahin bleibt „Around The Fire“ ein sehr gelungenes Album einer Band, die offensichtlich gerade erst richtig in Fahrt kommt.
Im Mai bespielen Moondoggy erstmalig die Bühnen Europas!
LIVE TOUR
07.5. Innsbruck | Maria Theresia (AT)
08.5. Ebensee | Kino Ebensee (AT)
09.5. Feldkirch | Flowfield (AT)
11.5. Nürnberg | Club Stereo (DE)
12.5. Paris | Supersonic (FR)
15.5. Hannover | Lux (DE)
16.5. Kopenhagen | Vega (DK)
19.5. Berlin | Kantine Berghain (DE)
20.5. Köln | Wohngemeinschaft (DE)
21.5. Frankfurt | Elfer Club (DE)
23.5. München | Lost Weekend (DE)
24.5. Mainz | Open Ohr Festival (DE)
25.5. Prag | Cafe Vlese (CZ)
26.5. Wien | Arena (AT)
27.5. Budapest | Dürer Kert (HU)
28.5. Graz | Music-house (AT)
Fotocredit: Stuart Obrien