„Like Roxette with knives“ – selten wurde eine Band in wenigen Worten so treffend beschrieben. The Guilt aus Malmö liefern mit ihrem Sound eine unberechenbare Mischung aus Riot-Grrrl-Punk, rotzigen Synth-Flächen und hämmernden Gitarren. Was sie selbst als Naked Rat Dance bezeichnen, ist ein furchtloser Hybrid aus Dancefloor-Aggression, DIY-Attitüde und queerer Selbstermächtigung. Musik, die an Oberflächen kratzt – und an Nerven.
Spätestens seit ihrer schweißtreibenden Kassetten-EP „Note to Tape“ (2023), inklusive Remixen von GHLOW, ABU NEIN und 100BLUMEN, haben The Guilt ihre eigene Schneise durch die europäische Underground-Szene geschlagen. Mit der 2025 erschienenen Single „Our Feline House“, dem offiziellen Song des Malmö Pride 2025, lieferten sie eine queere Hymne, die weit über Szenegrenzen hinaus Resonanz fand. 2026 soll nun ihr bislang lautestes Jahr werden: Ein neues Album über das Label Icons Creating Evil Art steht in den Startlöchern und verspricht Garage-Gothic-Balladen, kompromisslose Power-Punk-Brecher und Songs für „ziemlich normale Hexen“.
Live definieren The Guilt ihre Existenz neu. „Live zu spielen ist unsere einzige wirklich funktionierende Hexerei“, erklärt die Band. „Gemeinsam eine Liveshow zu feiern ist magisch. Aber wir leben auch in einer Zeit, in der wir uns alle engagieren müssen – Shows organisieren, auftauchen, engagiert bleiben. Auch das ist Zauberei.“ Diese Haltung spiegelt sich in ihren Konzerten wider: roh, direkt, kollektiv. Keine ironische Distanz, sondern ein bewusstes Miteinander.
Deutschland ist für The Guilt dabei längst kein Neuland mehr. Zwischen Clubshows und Festivalbühnen haben sie sich hier eine treue Anhängerschaft erspielt – und offenbar auch kulinarische Prioritäten gesetzt. „Eine unserer Hauptbeschäftigungen in Deutschland ist Lebensmitteleinkauf. Für Curry-Ketchup, Mate und veganes Cevapcici geben wir unsere Gagen aus. Wir haben ernsthaft darüber gesprochen, den Tourbus aufzurüsten, damit mehr Snacks reinpassen.“
Auch tierische Begegnungen scheinen Eindruck hinterlassen zu haben: „Wir haben gehört, dass es irgendwo in Deutschland eine Waschbär-Invasion gibt. Wenn wir einem Waschbären begegnen würden, wäre das wahrscheinlich der schönste Tag unseres Lebens. Bis auf den Tag, als wir mit den Robben auf Helgoland spielen durften. Der bleibt unschlagbar.“
Im Mai 2026 bringt das Quartett seinen kompromisslosen Sound erneut auf deutsche und Schweizer Bühnen. Wer auf queeren Punk, Synth-Attacken und kollektive Ekstase steht, sollte sich diese Termine vormerken.
Wir vom Frontstage Magazine präsentieren euch die Tour von The Guilt in Zusammenarbeit mit Spider Promotion.
Tourdaten 2026
01.05.26 – Lübeck – 1. Mai Fest / Treibsand
02.05.26 – Darmstadt – Oetinger Villa
04.05.26 – Oldenburg – Umbaubar
05.05.26 – Bremen – Eisen
06.05.26 – St. Gallen (CH) – Bahnhof Bruggen
07.05.26 – Bern (CH) – Rössli
08.05.26 – Göttingen – Juzi
09.05.26 – Krefeld – Kulturrampe
Fotocredit: Offizielle Tourgrafik