Date Night mit The Beaches: Im ausverkauften Docks am 22. Februar 2025 war von der ersten Sekunde an klar, dass dieser Abend kein gewöhnliches Konzert werden würde. Kaum ertönte der erste Song, verwandelte sich der Raum in ein einziges brodelndes Meer aus Bewegung, Euphorie und lautstarker Hingabe.
Die Crowd war sofort da, ohne Aufwärmphase, ohne Zögern – direkt im Moment, direkt im Chaos, direkt in der Liebe zur Band. Auf der Bühne standen zwei Gitarren, ein kompromissloses Schlagzeug und immer wieder der Bass von Sängerin Jordan Miller, getragen von einer Energie, die keinen Raum für Zurückhaltung ließ. Neue Songs und alte Favorites gingen nahtlos ineinander über, als hätte es nie eine Pause zwischen ihnen gegeben. Kein Durchatmen, kein Innehalten – nur Dynamik. Die vier Kanadierinnen spielten, als gäbe es kein Morgen, während Jordan Miller sich stimmlich völlig verausgabte und jede Zeile mit spürbarer Intensität in den Raum schleuderte.
Die Gitarren klangen dreckig und selbstbewusst, Rockstarposen inklusive, die Drums drückten ohne Kompromisse nach vorn. Besonders die Tracks vom Album „No Hard Feelings“ wirkten live noch größer, roher und weniger poppig als auf Platte – und das überwiegend junge Publikum sog jede Note gierig auf. Man merkte schnell: Diese Band wird hier nicht nur gehört, sie wird gefeiert. Ein besonderes Highlight war der Moment, als The Beaches ihre Freundin Ciara auf die Bühne holten. Sie hatte unter anderem „Did I Say Too Much“ mitgeschrieben und erzählte die herrlich absurde Geschichte hinter dem Song – darüber, wie man im betrunkenen Zustand jemandem einen Teil seiner Leber verspricht.
Das Docks lachte, sang und eskalierte gleichzeitig. Zwischen den Songs sprach die Band darüber, wie sehr sie ihr letztes Hamburg-Konzert geliebt hatte, und schwärmte vom Bier in dieser Stadt. Das Publikum nahm das persönlich – im besten Sinne. Alles fühlte sich an wie ein Wiedersehen unter Freund*innen mit Insider-Vibe. Keine Distanz, kein kalkuliertes Showelement, sondern echte Verbindung und spürbare Zuneigung. Am Ende blieb das Gefühl, dass dieser Abend weit mehr war als nur ein Termin im Tourplan. Es war ein zweites Date. Und Hamburg ist mehr als bereit für ein drittes.
Fotocredit & Review: Sebastian Madej
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