In Zeiten unbegrenzter digitaler Möglichkeiten und Hilfsmittel, bis hin zu KIs die einem ganze Alben nach Wunschgenre kreieren, verdient es umso mehr Respekt wenn eine Band den entgegengesetzten Weg geht. Jon and Roy setzen mit „I Can Dream“ nämlich gleich zwei Schritte zurück und recorden ihre aktuelle EP auf Tonband.
„I Can Dream“, die neue EP des kanadischen Duos (VÖ: 20.02.2026 via Blue Heron Music), ist ihre erste Bandaufnahme auf Tape – und man hört das. Nicht als Retro-Gimmick, sondern als Haltung. Musikalisch bewegen sich Jon and Roy weiter in ihrem Indie-Folk-Rock-Kosmos. Irgendwo zwischen den Referenzen Mason Jennings, The Cave Singers oder Xavier Rudd.
Zum Start gibt es den naturverbunden Opener „Maywell“. Inspiriert von einer Winterwanderung zu einer abgelegenen Hütte in den Bergen hinter Victoria, trägt der Song die Ruhe alter Bäume in sich. Das reduzierte Arrangement wird in der zweiten Songhälfte von Bläsern aufgebrochen und es stellt sich ein wohlig warmes Gefühl ein.
„My favourite lyric in the song is ‘keeper’s of the forest’s fall.’ I like it because all of us had this moment at the cabin of realizing the ancient wisdom of the trees around us.“
Jon Middleton
„Waves of Pleasure“ kommt im Anschluss etwas gemächlicher daher, bevor mit „More Than I Can Dream“ das emotionale Herzstück der EP gesetzt wird. Ein Liebeslied, das durch die Live-Bandaufnahme eine ganz intime Note bekommt. es klingt, als stünde man bei einer Probe im Raum. verstärkt wird dieses Gefühl durch die beiden Instrumentals „Part One“ und „Part Two“, welche das Jack Johnson mäßige „Make This Darkness Bright“ einrahmen. Und dann ist diese wunderbare Stipvisite im Jon and Roy Studio auch schon vorbei.
Man sollte zudem nicht vergessen: Jon and Roy sind eine ganz fantastische Live-Band. Eine, die mit Esmé John am Bass und Dave St. Jean an der Posaune Venues in schwitzende Tanzflächen verwandelt. Und neben dieser Handvoll neuer Tracks, haben die Jungs auch einige Livetermine im Köcher, wobei wir nicht müde werden, euch darauf hinzuweisen:
Jon and Roy Live 2026
- 16.03.2026 – Köln – Gloria
- 18.03.2026 – Mannheim – Alte Feuerwache
- 19.03.2026 – Hannover – Musikzentrum
- 20.03.2026 – Berlin – Columbia Theater
- 21.03.2026 – Hamburg – Mojo
- 23.03.2026 – Bremen – Schlachthof
- 26.03.2026 – Bern – Gaskessel
- 27.03.2026 – Zürich – Dynamo
- 28.03.2026 – München – Muffathalle
- 29.03.2026 – Wien – Flex
- 30.03.2026 – Leipzig – Neues Schauspiel
Fotocredit: Sara Spectrum