Am 08. Februar stand Grandson im Docks in Hamburg als Teil seiner “Inertia”-Tour auf der Bühne, mit Support von Pinkshift. Grandson schuf einen Raum, in dem sich jeder wohlfühlen konnte und das Miteinander an erster Stelle stand, hinterlegt mit einem energiegeladenen Soundtrack voller Wut und Intensität.
Pinkshift eröffneten den Abend und gaben direkt den Ton an – Ärger sollte nicht unterdrückt, sondern rausgelassen werden. Und das lautstark. Sie spielten unter anderem “Anita Ride”, “Authority Problem” und “Love it Here”. Ihr Set war eine Mischung aus persönlichen Geschichten und Aufrufen, sich der aktuellen politischen Landschaft zu widersetzen. Sie ließen auf der Bühne ihrer Wut mit einer ungehemmten und ungestümen Performance freien Lauf . Bei der Menge kam es richtig gut an und die ersten Moshpits entstanden fast sofort.
Grandson eröffnete stark mit “AUTONOMOUS DELIVERY ROBOT”, “BURY YOU” und “We Did It!!!”. Ein Ort, um Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung rauslassen zu können, und gleichzeitig ein Safe Space für alle Anwesenden: das ist eine Grandson-Show. Das macht der Sänger auch direkt ganz klar: “If for you to feel bigger, you need somebody else here to feel like they can’t be themselves, then just get the fuck out. You’re gonna have a horrible time tonight, I promise.”
Für seinen Sound mischt Grandson Rock mit Hip-Hop, EDM und Trap, dabei bleibt die politische Botschaft immer im Vordergrund. Er versteht sich auch als Sozialkommentator und bezieht auch zwischen seiner starken musikalischen Darbietung deutlich Stellung: “Fuck ICE, Fuck Trump, Fuck Elon Musk” hieß es am Abend unmissverständlich. Die Menge lieferte auch direkt noch einen Namen für die Liste und ergänzte lautstark “Fuck the AFD”.
Neben dem kompletten neuen Album “Inertia”, gab es an diesem Abend auch ältere Songs zu hören. Highlights waren dabei “Heather” und “Blood // Water”.
Sein gesamtes Set zeichnete eine dringliche, fast hektische Energie aus, die nur für wenige Momente zwischen den Songs und für die akustische Version von “Heather” abgelegt wurde. Während der Performance von “Blood // Water” und dem anschließenden Encore erreichte die Energie in der Location wiederum den absoluten Höhepunkt für den Abend. Es wurde mitgeschrien, gesprungen und alles rausgelassen – komplette Katharsis.
Direkt, kompromisslos und nicht konfrontationsscheu, so hat man Grandson von Beginn an kennengelernt. Klare Haltung hat er auch auf seinem neusten Album “Inertia” wieder gezeigt und in eine Liveshow verwandelt, die gleichzeitig ein Ventil für Verzweiflung mit einem starken Gemeinschaftsgefühl verbindet. Pinkshift lieferten den perfekten Support mit einer ebenso deutlichen Haltung und viel Power auf der Bühne. Ein Abend, an dem man sich wirklich wie ein Teil von etwas Größerem fühlte.
Fotocredit: Philips Shum