Chiefland gemeinsam mit Watch me Rise auf Ten Times Around The Sun Tour 2025 im Kölner MTC heißt Emo und Post-Hardcore im Doppelpack.!
Draußen auf den Straßen Kölns herrschte diese gewisse Kölner „Hektik“: Weihnachtsfeiern, voller Kneipen, irgendwo lief das Spiel vom 1. FC Köln – eben Köln, wie man es kennt.
Doch wer an diesem Abend die Treppe hinunter in den Keller des MTC nahm, ließ all das bewusst hinter sich.
Ein ganzer Laden mit Personen, die sich ganz bewusst für diesen Emo- / Posthardcoreabend entschieden hatten.
Und das, obwohl gefühlt in jeder Location der Umgebung zeitgleich Konzerte stattfanden – Sondaschule zerlegen die Mitsubishi Electric Halle, KMPFSPRT feiern Ihre 15 Jahre Birthday Party & SSIO spielt in der ausverkauften Lanxess Arena.
Schwere Entscheidung für Musikfans – aber der Abend im MTC war eine Entscheidung, die niemand bereuen sollte.
Den Auftakt machten Palebloom aus Köln pünktlich um 19:30 Uhr mit einem knackigen, schnellen 30-Minuten-Set. Der Bereich vor der Bühne war bereits gut gefüllt, die Stimmung ebenfalls gut und alle unterstützen auch die Support Band.
Das Publikum hörte aufmerksam zu, ließ sich treiben – und am Ende gab es sogar noch einen kleinen, aber wirkungsvollen Taschenlampenmoment, der den Auftritt stimmungsvoll abrundete.
Anschließend betraten Watch Me Rise aus Frankfurt die Bühne. Viele Gesichter im Publikum kannten die Band bereits – Anfang des Jahres waren sie als Support von Sperling ebenfalls in Köln zu sehen gewesen, was auf Nachfrage auch direkt mit zustimmendem Applaus bestätigt wurde. Mich selbst haben die Jungs an diesem Abend damals im Club Volta komplett überzeugt.
Auch an diesem Abend war die Stimmung von der ersten Minute an on point: Die Band zog das Publikum bis an die Bühnenkante, es wurde mitgesungen, geschrien und jeder konnte seine Gefühle zeigen.
Eine textsichere Crowd, die den Songs noch einmal zusätzlich Energie verlieh.
Wie schon beim Sperling-Support fand Drummer Sven erneut bewegende Worte für Menschen mit Depressionen – eine ehrliche, persönliche & wichtige Ansage, die sichtbar berührte und zeigte, wie notwendig Offenheit bei diesem Thema ist.
Passend dazu folgte der Song „Indigo“, bevor mit „All my Friends are sad“ ein intensives Finale den Auftritt beschloss.
Nach einer kurzen Umbaupause standen schließlich Chiefland auf der Bühne.
10 Jahre Chiefland, davon 5 Jahre in der aktuellen Besetzung – und die Freude über diese Tour war spürbar.
Mehrfach bedankte sich Sänger Chris für den jahrelangen Support. Das Set eröffneten die Jungs mit „Lie to me“ und machte direkt klar, man hat bock auf einen guten Abend.
Vor zwei Jahren noch als Support für Acres, spielte man diesmal selbst als Headliner im MTC.
Natürlich durfte auch „Crashing out“ nicht fehlen – der gemeinsame Song aus dem „Blinddate“ Uncle M / Munich Warehouse Sampler, für den sich Chiefland, Watch Me Rise und Himitzu zusammengetan hatten.
Live wurde der Feature-Part von Lea von der Band Palebloom übernommen, was dem Song Live nochmal eine besondere Note verlieh.
Um 22:30 Uhr war Schluss. Zurück auf der Straße wartete wieder das typische Kölner Treiben – doch vermutlich waren sich alle einig: Dieser Abend im MTC war die richtige Wahl.
Ein rundum gelungener Konzertabend, der zeigte, wie stark diese Szene, Zusammenhalt und klare Musik sein können.
Review: Fabian Hafels
Fotocredit: Leni Klockow