Wer dachte, der erste Festivaltag hätte schon alle Register gezogen, wurde am Samstag eines Besseren belehrt. Wieder war das Line-up fett. Vom lokalem Szeneinventar bis hin zum internationalen Headliner – das Match Börner Open Air zeigt gerade, dass es sich zum festen Bestandteil des norddeutschen Festivalsommers entwickeln wird.
Der Opener war Edelg!ft aus Hamburg. Diese Band gehört quasi zum Inventar des Festivals – sie sind seit der ersten Ausgabe fester Bestandteil des Programms. Zu hören war melodischer Rock mit deutschen Texten. Die fünfköpfige Band hatte die scheinbar undankbare Aufgabe die Zuhörer:innen auf den zweiten Open Air Tag einzustimmen. Um 14:00 Uhr (nach Festival Zeitrechnung also direkt nach dem Aufstehen) hatten sich allerdings schon wirklich viele Beuscher:innen eingefunden und honorierten die Musik mit viel Beifall. Gekrönt wurde das Set am Ende mit der Unterstützung einer Big-Band, welche dem letzten Teil des Konzertes noch mal eine besondere Note gab.
DenManTau, die nächste Band ist auch wieder in Hamburg beheimatet, haben aber schon Touren durch Europa, Amerika und Ozeanien bestritten. Die Musik setzt sich zusammen aus Akustikgitarre, Trompete, Synth und tanzbaren Beats. Neben Auftritten in Hallen oder auf Festivals, gibt die Band auch spontane Straßenkonzerte. Das kann ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen, da es eine sehr entspannte, nahbare und harmonische Stimmung während des Konzertes war. Auch trotz des Regens sammelten sich viele Leute vor der Bühne und haben das lässig zur Musik getanzt.

Als nächstes starteten Hi Spencer! aus Osnabrück. Die Band ordnet ihre Musik irgendwo zwischen Indie, Pop, Rock und Punk ein. Ihr Set bediente dann auch alle Genres. Das Publikum nahm es dankend an.
Nach den Rock-Pop Bands betrat Massendefekt die Bühne und es gab direkt was auf die Ohren. Punkrock aus Düsseldorf. Wo die Donots den Tag vorher aufhörten machten Massendefekt ohne Schnörkel weiter. Das Infield gut gefüllt und in Rage. Standesgemäß mit dem ein oder anderen Circle Pit und Crowd Surfen. Ein besonderer Surfer wurde von der Band angekündigt. Ein Mitarbeitender von „DeinTopf“ surfte dabei in einem Schlauchboot Über die Menge und sammelte Pfandbecher ein. Am Ende lief das Boot förmlich über. Der Erlös kommt der Obdachlosenhilfe zu Gute.
Drei Meter Feldweg betraten die Bühne kein bisschen leiser. Ist es Punk, oder Rock oder Pop? Von Allem was, auf jeden Fall schnell. Die Band traf den Nerv des Publikums und dieses ging frenetisch mit.

Eigentlich der richtige Übergang zu Zebrahead aber König Boris bremste die Stimmung ein wenig aus. Rap vom ehemaligen Fettes Brot Mitglied, zwar routiniert und professionell dargeboten, passte aber nicht so ganz in diesen Slot.
Dann kurz vor 21:00 Uhr der Headlinder Zebrahead (auch wenn ich mich wiederhole) stürmte die Bühne, sofort war Old School Punk angesagt. Das spezielle an der 1996 in Kalifornien gegründeten Band, sind die zum Teil aggressiv klingenden Rapeinlagen. Das Publikum ging von Sekunde eins mit und nach einem Geburtstagständchen für den Gitarristen und dem Aufruf so viel Crowd-Surfs wie möglich beim anschließenden Song zu starten, war der Abriss komplett. Eines Headliner würdiges Set und ein gelungener Abschluss des vierten Match Börner Open Airs.
Das nächste MBOA wird vom 10.-11. Juli 2026 stattfinden. Unbedingt fett im Kalender vormerken.
Bei einer Rede des Veranstaltungsteams des Festivals wurde bereits die erste Band verkündet. Tyna! Zudem wurde erwähnt, dass zum Herbst diesen Jahres schon eine erste kleine Ankündigung kommen wird. Wenn das Booking so weiter geht wie in den letzten Jahren, kann es nur wieder fett werden.

Text: Manfred Lippke
Fotocredits: Johanna Lippke