The Bloodstrings gibt es seit 2009 und bewegen sich zwischen modernem Rock’n’Roll und Pop-Punk. Bereits ihr Debütalbum „Coal-black Heart“ hat sie in Europa bekannt gemacht und auch auf große Festivalbühnen, wie z.B. Wacken, gebracht. Für ihr neues Album hat sich die Band neu definiert. „Heartache Radio“ erschien am 16.06.2023 und anlässlich dessen durften wir Nick einige Fragen über das Album und dessen Entstehung stellen.
Frontstage Magazine: Hallo Nick, euer Album „Heartache Radio“ ist am 16.06.23 erschienen. Wie fühlt ihr euch?
Nick: Es ist komisch, dass es nicht komischer ist! Wir haben so lange kein Album mehr veröffentlicht, dass es eigentlich totaler Wahnsinn sein müsste! Aber wir sind alle ganz gechillt und warten jetzt erst einmal ab, wie es so ankommt. Natürlich ist es aber ein gutes und befriedigendes Gefühl, die Frucht deiner Arbeit zu sehen. Das Album ist mittlerweile auch bei uns zuhause angekommen und wir möchten es die ganze Zeit einfach angucken, weils so schön ist!
Frontstage Magazine: Was bedeutet dir/euch der Titel des Albums?
Nick: Heartache Radio war erst ein Song, der dann zum Titeltrack wurde. Irgendwie haben wir das so entschieden. In dem Song geht es um unsere musikalische Erziehung als Jugendliche, um den ersten Herzschmerz, die ersten Parties. Und Musik war immer dabei. Wir finden, das passt zu uns und zum Album!
Frontstage Magazine: Wie würdest du das Album mit 3 Wörtern beschreiben?
Nick: Drittes ist bestes! Oder vielleicht: Punkabilly neu definiert. Ich finde wirklich, das ist unser bestes Album bisher.
Frontstage Magazine: Was ist dein Lieblingssong auf dem Album? Was bedeutet dir dieser Song?
Nick: Ich persönlich liebe Love’s Labour’s Lost – ein Song, der nicht vorab als Single entschieden ist, weil er lang ist und ein langes Intro hat. Aber der hat einfach so viel Power: Er ist flott und recht hart, düster in Moll geschrieben. Textlich geht es um Musiker (ich bleibe bewusst mal bei männlichen Pronomen in dem Fall), die man früher gefeiert, vielleicht sogar verehrt hat, die jetzt offen rechte Hetze betreiben, politisch falsch abgebogen sind oder sich sonst durch Sachen, die für uns gar nicht gehen, ins Aus schießen. Außerdem hat der Song viele wilde Parts und hat total Bock gemacht einzuspielen. Ich habe den Song (One Take, *hust*) auf dem Bass eingespielt und als ich fertig war, hat Purgen, der Donots-Bassist, nur gemeint: „Was zur Hölle ist denn da gerade passiert?“
Frontstage Magazine: Dieses Album enthält mit „Ich hab’s schonmal gesagt“ auch wieder einen deutschsprachigen Song. Auf „Born Sick“ gab es mit „Mondsüchtig“ ebenfalls einen deutschen Song – ist das eine Art „Markenzeichen“?
Nick: Durchaus! Das haben wir uns seit Album 1 (Coal-black Heart, anno 2014 mit dem deutschen Song „Der Nebel steigt“) irgendwie so vorgenommen. Uns fallen selten Texte auf deutsch ein, aber wenn, dann müssen sie es in sich haben! Aber wer weiß, ob da mal mehr kommt: Bianca von Dackelton würde es lieben, wenn wir deutschsprachigen Punkabilly machen würden!
Frontstage Magazine: Wie entstehen eure Songs? Geht ihr mit einem bestimmten Thema ins Songwriting oder wächst der Song nach und nach aus einer Zeile oder einer Idee einer Melodie?
Nick: Das ist unterschiedlich; gerade beim Texten fängt es häufig mit einer Melodie oder einem Chorus an, den ich schreibe und dann bauen wir den Rest. Celina textet die meisten Songs und schreibt häufig um, was ich mir deletantisch aus den Fingern sauge! Wenn sie mit einer Songidee kommt, ist es meistens schon ein fertiger Text. Wir sind alle im Songwirtingprozess beteiligt, aber es kommt meist von einem von uns einer Grundidee.
Frontstage Magazine: Was ist dein/euer größter musikalischer Einfluss bzw. Vorbild?
Nick: Für die Band ist das schwer zu sagen, weil wir von The Distillers bis The Creepshow viele Einflüsse drin haben. Meine Vorbilder beim Bassspiel sind Matt Freeman von Rancid, Chris #2 von Anti-Flag und, da ich ja Kontrabass spiele, Valle von Mad Sin und Kim Nekroman von Nekromantix. Ich glaube, dass The Distillers, The Baboon Show und The Interruperts derzeit große Vorbilder für unsere Band sind, früher in Sachen „Einfluss“ definitiv auch The Living End und Mad Sin, die uns gezeigt haben, dass man nicht in einer Psychobilly-Sparte bleiben muss.
Frontstage Magazine: Was sind die weiteren Pläne für 2023?
Nick: Wir haben noch drei Festivals zu spielen und gehen dann in eine kleine Sommerpause! Wir kündigen aber bald unsere Tour für den Herbst an, dann spielen wir endlich wieder Clubs als Headliner. Die Tour geht dann durch Deutschland, Österreich, Ostereuropa und Benelux. Gerade arbeiten wir noch an einem Weekender in UK. Wir haben noch nicht ganz alles ausgeplant aber ich kann schon verraten, dass eine Vorproduktion neuer Song im Winter nicht unrealistisch ist!
Frontstage Magazine: Zum Abschluss – was wolltest du schon immer einmal in einem Artikel über dich lesen?
Nick: Niemand möchte mich nach meinem bewegten Leben fragen, dabei habe ich so viel Weisheit zu vermitteln! Spaß, ich bin froh, dass überhaupt meine Stimme irgendjemand interessiert. Wenn ihr aber Schlagworte wie „Bassvirtuose“ oder „Beast am Kontrabass“ mit reinnehmt, bin ich nicht böse, dann kann ich vor meiner Mama angeben!
Frontstage Magazine: Vielen Dank für das Interview!
Fotocredit: Chiara Baluch